Rezension

Low

The Invisible Way


Highlights: Amethyst // So Blue // Clarence White
Genre: Slowcore
Sounds Like: Wilco // Codeine // Yo La Tengo

VÖ: 22.03.2013

Low und die ungezählten Facetten der eindringlichen Gemütlichkeit. Im Jahr 2013 geht die Reise weiter mit dem mittlerweile zehnten Studioalbum "The Invisible Way". Mit diesem Werk verfolgt die Band weiter treu den Weg ihres ganz eigenen Stils, ohne langweilig zu werden.

Hierbei verschiebt sich die Betonung des Wortes "Slowcore" immer mehr auf die erste Silbe, die Zeiten schwerer, verzerrter Gitarren sind vorbei. Nur logisch erscheint die Zusammenarbeit mit Jeff Tweedy. Wer sonst, wenn nicht der kauzige Sympath, könnte im bekannten Chicagoer "Loft", einer Art riesigem Wohnzimmer seiner Band Wilco mit all ihren Instrumenten und Aufnahmemöglichkeiten, dem Sound Lows weitere Aspekte entlocken, ihn fortführen und seine Spannung oben halten? 
Denn das macht Low auch weiterhin besonders und hebt sie von anderen ruhigen Bands ab: Ihre Songs haben bei all der Langsamkeit und Gemütlichkeit stets etwas Eindringliches, Energiereiches. So ist auch "The Invisible Way" vor sich hin schwelgende Musik für nachdenkliche Sonntage, ein absoluter Hochgenuss, der gute alte Rotwein des Labels Sub Pop. "Amethyst" beispielsweise ist ein Low-Song par excellence, hier stimmt jeder der wenigen leisen und behutsamen Töne.

Obgleich diesmal Mimi Parker gleich fünf der elf Songs singt, ist das Album äußerst homogen und eine der Platten, die auf positive Art und Weise schwach an Highlights sind, da das Gesamtwerk an sich das Highlight ist. Vermutlich werden Low, stilgetreu, nicht viele neue Hörer durch dieses Werk gewinnen, doch es ist jedem zu wünschen, so spät erst auf den Weg der Band zu finden. Denn wem sich dieser musikalische Hochgenuss einmal eröffnet hat, dem wird auch durch diese intime und leise Schönheit das Herz aufgehen.

Daniel Waldhuber

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