Rezension

Danko Jones

Sleep Is The Enemy


Highlights: When Will I See You // Time Heals Nothing
Genre: Rotzrock
Sounds Like: AC/DC // Gluecifer

VÖ: 17.02.2006

Hirnloser Rock mit Eiern, die Vierte. Danko Jones erklärt den Schlaf zum Feind und schwitzt weiter Blut. Etwas Befremden macht sich allerdings breit bei den ersten Durchläufen des neuen Werkes der Kanadier.

Aber woran liegt das? Am Liedmaterial nicht, das gerät sogar vielschichtiger als bisher gewohnt. Danko drückt häufiger das Gaspedal durch. Lieder wie „She's drugs“, „Invisible“ (mit Kyuss-Sänger Andy Garcia) oder „Sleep is the enemy“ räumen dem Pogo mehr Platz ein, während „Sticky situation“, „Baby hates me“ und „First date“ dem AC/DC-lastigen Hardrock Raum geben. Wild und roh präsentieren sich „The finger“ und „Natural tan“, und klingen wie Outtakes aus der Anfangszeit von Danko Jones. „Don't fall in love“ liegt der Desert Rock zugrunde. Müsste also alles im grünen Bereich sein, oder? Mehr Abwechslung klingt ja gut, was ist aber dann der Grund dafür, dass dieses Werk nicht von Anfang an mitreißen will?

Dankos Gesang ist es, der den Unterschied zu den anderen Outputs macht. 2006 präsentiert er sich poppiger, eingängiger und weitaus weniger aggressiv. Bezeichnend dafür: „When will I see you again“ und das von einem pumpenden Bass getriebene „Time heals nothing“. Selten solch zahme Refrains von den Kanadiern gehört. Klingt neu und interessant und deswegen gehören die beiden Songs zu den stärksten des Albums.

Allerdings: Der letzte Druck, wie auf „We sweat blood“, fehlt. Und genau dies ist der Haken. War „We sweat blood“ getrieben von Hass und Wut, so klingt „Sleep is the enemy“ fast so, als sei Danko mit sich, der Welt und den Frauen im Reinen. Der Hassklumpen „Sleep is the enemy“ zum Schluss des Albums lässt vermuten, dass es nicht so ist. Gut so. Die poppige Seite von Danko Jones kennen zu lernen hat Spaß gemacht, allerdings langweilt sie auf Dauer.

Joachim Frommherz

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