Rezension

Danko Jones

B-Sides


Highlights: Boogie Woogie // My Time Is Now // Sex // You Ruin The Day // Ice Cold Angel
Genre: (Punk-) Rock
Sounds Like: Eagles Of Death Metal // The Ramones // Turbonegro // AC/DC

VÖ: 06.02.2009

Eine Warnung vorweg: Diese Rezension ist eventuell nicht jugendfrei, daher wurde sie auch erst nach 22 Uhr hochgeladen. "Elf Minuten" heißt ein berühmtes Buch des Autors Paulo Coelho. Es trägt diesen Titel, da laut Auffassung des Verfassers elf Minuten die durchschnittliche Länge des sexuellen Aktes ist, der recht stark in ebendiesem Buch behandelt wird. Um Sex geht es auch hauptsächlich bei Danko Jones, hierbei streckt es sich allerdings über siebzig Minuten. Kaum jemand wird sagen können, wie es um die Kondition von Danko bestellt ist, der Normalmensch wird siebzig Minuten Hormonausschüttung wohl eher kaum durchstehen. Von einem neuen Album ist hierbei übrigens nicht die Rede, es wurde lediglich so ziemlich alles, was noch als Outtake / B-Seite / Cover / Demo im Studio herumlag, auf einen schönen Schallplattenrohling gepackt. Alles in allem 27 Songs fand man auf diesem Wege.

„The Rules“ legt direkt ohne Vorspiel los und sagt, in welche Richtung es geht: „Rule number one: I'm gonna drive you wild // I'm not gonna stop until you're satisfied // You're gonna be the envy of all your girlfriends // When they find out who you're going out with // Rule number two: we're gonna do it for a couple of hours // Wait a minute, we're talkin' about me - add on three more // We're gonna do it all night long // Rule number three: do it 'till dawn”. Noch Fragen? Eben. Weißte bescheid, Schätzelein. Ob diverse Feministenverbände angesichts dessen bereits Demonstrationen vor den Orten der nächsten Tour angemeldet haben, ist noch nicht bekannt. Möglich wäre es. Obwohl, eigentlich haben Danko Jones noch nie etwas anderes gemacht, als Lieder über horizontale Vergnügen zu schreiben. So kam es auch vor, dass einzelne Stücke, die sich hier tummeln, bereits als Soundtrack zu Pornofilmen dienten („Starlicker“).

Was bieten die „B-Sides“ sonst? Nun, einen Einblick in die Entwicklung der Band seit ihren Anfängen. Dementsprechend sind auch Aufnahmen zu finden, deren Klangqualität nicht gerade perfekt ist. Andererseits: Hey es ist Punk. Irgendwo. Größtenteils eingängig, einfach, schnell vorbei. Leider hakt genau in diesem Punkt diese Ansammlung an alten Stücken: Es sind einfach zu viele. Nach der ersten Albumhälfte wünscht man sich eine Pause, möglicherweise einen zweiten Rohling, um nicht beim nächsten Startversuch durch bekanntes zu skippen. Schade, man könnte noch so einiges dort finden. Das Elvis-Costello-Cover „Pump It Up“ zum Beispiel. Oder eines der Ramones. Oder ein Duett mit einer weiblichen Hintergrundstimme („Sex“). Man findet Stadionrocksongs neben Stücken mit Soulanleihen, größtenteils jedoch typischen Danko-Jones-Sound. Insgesamt also eine lohnenswerte Zusammenstellung. Wenn nur die Sache mit der Kondition nicht wäre.

Klaus Porst

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