Rezension

Calexico

The Thread That Keeps Us


Highlights: End Of The World With You // Voices In The Field // Flores Y Tamales
Genre: Indierock
Sounds Like: Wilco // Lambchop // Tindersticks

VÖ: 26.01.2018

“The Thread That Keeps Us” ist das neunte Studioalbum der aus Tuscon stammenden World-Music-affinen Indieband Calexico. Kaum zu Glauben, dass deren Ohrwurm “Crystal Frontier“ schon 16 Jahre auf dem Buckel hat.

Nach wie vor befassen sich Calexico mit gefälligen Songstrukturen und würzen diese gerne mit Elementen, die so manchen Puristen in die Flucht treiben können, während andere dies als großartige Abwechslung empfinden: Handclaps, Klanghölzer, Mariachi-Bläser und Elemente, welche tief im Latino- und Cumbia-Umfeld verwurzelt sind. Das sind alles wohlbekannte Stilmittel der Band, doch diesmal ist die Palette an Klängen deutlich breiter, neben soundtracktauglichen Instrumentalstücken befindet sich auf “The Thread That Keeps Us” Beatleskes neben kraftvollem Bluesrock wie “Dead In The Water” mit seinen verzerrten Gitarren. Burns passt sich stimmlich hervorragend an den gelungenen Genremix an, was von dreckig-verzerrter Tiefe über zerbrechliche Töne bis hin zu poppigen Lagen reicht. Die Lyrics von Joey Burns und John Convertino lassen es recht deutlich erkennen, dass sie keine Anhänger des Trumpschen Grenzmauerbaus sind und mischen die Immigrationsthematik mit einer Prise Weltuntergang.

Das in der kalifornischen Wüste produzierte Album ist keineswegs nur neuer Wein in alten Schläuchen und lässt sich ausgezeichnet in Dauerrotation genießen. Möglicherweise war die politische Gemengelage genau der richtige Impuls für die Band und der richtige Anlass für das beste Werk von Calexico seit dem Jahrtausendwechsel.

Marcel Eike

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