Rezension

Silversun Pickups

Widow's Weeds


Highlights: Freakazoid // Widow’s Weed // We Are Chameleons
Genre: Alternative Rock // Dark Wave
Sounds Like: Placebo // Smashing Pumpkins // Depeche Mode // Muse

VÖ: 07.06.2019

2007 starteten Silversun Pickups mit ihrem wunderbaren Debut „Caravans“ und wurden in der Indie- und Alternative-Szene viel dafür gefeiert, dass klassische AltRock-Sounds der 90er Jahre a la Sonic Youth und Smashing Pumkings neu belebt wurden. Zwölf Jahre später veröffentlicht die Band aus Los Angeles mit „Widow’s Weed“ ihr mittlerweile fünftes Studioalbum. Der Vorgänger „Better Nature“ führte einen neuen Stil mit einigen Dark-Wave-Elementen ein. Die Begeisterung über die Weiterentwicklung hielt sich bei vielen allerdings in Grenzen. Das neue Album untermauert nun jedoch den neuen Sound der Silversun Pickups.

„Widow’s Weed“ startet ein wenig elektronisch und mit Wave-Klängen, aber auch Alternative-Rock-Elementen. Beispielweise „It Doesn’t Matter Why“ ist ein wirklich sehr guter Song, der klingt als würde Placebo einen neueren Arcade-Fire-Hit covern. Mit „Freakazoid“ folgt dann ein richtiges Highlight mit klaren 90er-Jahren-Alternative-Rock-Gitarren, ohne dabei mit dem neuen Stil der Band zu brechen. Der Start des Albums ist vielversprechend.

Danach wird es jedoch ruhiger und auch deutlich poppiger. Es geht nun auch mehr in die Dark-Wave-Richtung. Zwar blitzen manchmal auch ein paar mehr Gitarren auf, aber auch einiges an Synthesizern und der Weg von den 90er in die 80er Jahre wird weiter zurückgewandert. Spätestens jetzt wird dort angeknüpft, wo die Band 2015 aufgehört hat. Einige Titel sind nun auch sehr zurückhaltend und kaum noch rockig, wie beispielweise „Bag Of Bones“ oder dem Titelsong. Bei Letzterem funktioniert das wunderbar indem auch etwas folkige Elemente hinzugezogen werden, andere Songs wissen in ähnlichem Stil leider nicht zu überzeugen.

Nachdem ruhigeren Mittelteil werden gegen Ende nochmal die Gitarren herausgeholt bei „Songbird“. Der Aufbau des Albums erschließt sich leider jedoch nicht richtig, denn mit „Simatico“ kommt danach ein sehr ruhiger Popsong mit einigen Längen und dann wird wieder gerockt. Das passt nicht optimal. Trotzdem kann man sich freuen, dass die Platte dann mit „We Are Chameleons“ abschließt – hier werden schöne Sonic-Youth-Erinnerungen wach.

In der éclat-Rezension von „Better Nature“ wurde dies als im Großen und Ganzen nicht schlechtes Album bezeichnet, mit der Hoffnung, dass auf der nächsten Scheibe wieder mehr geht. Knapp vier Jahre später nun die Antwort: Album fünf ist ein im Großen und Ganzen keine schlechte Scheibe. Leider aber auch nicht viel mehr.

Marian Krüger

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