Rezension

Pantha Du Prince

The Triad


Highlights: The Winter Hymn // Frau im Mond, Sterne laufen // Dream Yourself Awake
Genre: House // Experimental
Sounds Like: Efdemin // Christian Naujoks // Nathan Fake

VÖ: 20.05.2016

Spätestens mit Black Noise schaffte Pantha Du Prince den Durchbruch. Seine Landschaftaufnahmen, die er zu komplexen elektronischen Soundkonstrukten verwob, führten die elektronische Musik der Romantik zu. Das war in seiner eskapistischen Grundhaltung ein völlig neuer und wichtig Ansatz für die deutsche House-Musik, die sich im Jahre 2010 etwas verfahren hatte. 

Während „Black Noise“ (die letzte Solo-Studioplatte Henrik Webers) also die menschliche Einsamkeit zum Thema hatte und das Miteiander von Mensch und Natur zelebrierte, geht „The Triad“ sechs Jahre später ganz andere Wege. Hier steht das Miteiander von Menschen im Mittelpunkt und ist gleichzeitig das grundlegende Konzept des Albums, das gänzlich im Studio entstanden ist und nicht, wie noch Black Noise, seinen Ursprung in der Klangkulisse der Natur hat. Interessant ist hier vor allem, dass – obschon „The Triad“ keine narrative Grundstruktur aufweist und von verschiedenen Dreierkonstellationen einzelner Musiker aufgenommen und geschrieben wurde - der Pantha-Du-Prince-Sound erhalten bleibt: Mal bimmelt es hier, dann tun sich dort subtile House-Beats auf, um im nächsten Moment wieder zu verpuffen. Und das ist die eigentlich erstaunliche Leistung Hendrik Webers: Ein zusammenhängendes Album aufzunehmen, das der Freiheit der Improvisation und Kollaboration frönt, ohne dabei den ursprünglichen, ureigenen Pantha-Sound neu zu erfinden. 
„The Triad“ ist dabei ungleich fröhlicher als „Black Noise“, zelebriert die Vielfalt der der audiovisuellen Farbpalette und behandelt die Musik als etwas nicht vom Künstler geschaffenes, sondern nach seinen Eigenschaften geformtes. 

"The Triad" ist nach "This Bliss" und "Black Noise" ein logischer und reifer Schritt in der Diskografie Webers und schafft es ganz problemlos, ein weiterer wichtiger Grundstein im distinktiven Soundgebilde des Henrik Weber zu sein.

Andreas Peters

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Snippet zu "Dream Yourself Away"

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