Rezension

Japandroids

Near To The Wild Heart Of Life


Highlights: Near To The Wild Heart Of Life
Genre: Indie-Rock // Alternative // Post-Punk
Sounds Like: No Age // Cloud Nothings // Metz

VÖ: 27.01.2017

Nachdem Brian King und David Prowse ihren geradlinigen Indie-Rock von „Celebration Rock“ mit über 200 Shows in 40 Ländern buchstäblich zelebriert haben, ist es dann schlagartig recht still um die Japandroids geworden. Drei Jahre Bühnenabstinenz hat sich das Duo genommen, um dem Drittwerk genügend Zeit zu geben, nicht unter dem hohen Niveau der Vorgänger einzubrechen.

Dass dieses Unterfangen geglückt ist, beweist gleich der Opener „Near To The Wild Heart Of Life“, welcher die altbewährte Formel der letzten Platten aufgreift und sich ähnlich ungestüm zum Ohrwurm hochschraubt. Aber bereits beim darauffolgenden „North East South West“ wird deutlich, dass die Band sich dieses mal nicht an die besagte Formel hält, wird er doch von einer Akustik-Gitarre angespielt und tritt am Ende ungewohnt stark in die Bremse, um dem Singalong-Chorus noch mehr Fläche zu bieten. „Arc Of Bar“ bietet mit seiner Spielzeit von über sieben Minuten dann die nächste neue Komponente im Soundkosmos der Japandroids, hört man sich doch gleich zu Beginn einen flirrenden Synthie seinen Weg durch Gitarre und Schlagzeug bahnen. „No Known Drink Or Drug“ rückt diesen Sythie-Ausflug mit einem geradlinigen Ritt aus übersteuerter Gitarre und Schlagzeug wieder gerade.

Wie schon die Vorgänger „Post-Nothing“ und „Celebration Rock“, finden sich auf „Near To The Wild Heart Of Life“ wieder acht Stücke, was nach Meinung der Band das Setting für Klassiker im Rock'N'Roll ist. Wurden doch Alben wie „Raw Power“ der Stooges oder „Horses“ von Patti Smith mit eben dieser Anzahl an Songs auch zu Klassikern. Ob „Near To The Wild Heart Of Life“ ebenfalls das Zeug zum Klassiker hat, bleibt abzuwarten. Was jedoch sicher ist, ist, dass Japandroids für den Moment ein starkes Album abgeliefert haben.

Sönke Holsten

Hören


Video zu "Near To The Wild Heart Of Life"

Finden


Alles gelesen? Guck doch mal in unserem Textarchiv vorbei, dort gibt es fast 5000 Rezensionen und mehr als 400 Konzertberichte und Interviews.