Rezension

Esben And The Witch

Wash The Sins Not Only The Face


Highlights: Smashed To Pieces In The Still Of The Night // The Fall Of Glorieta Mountain
Genre: Witchpop
Sounds Like: Austra // Fever Ray // The XX // Zola Jesus

VÖ: 18.01.2013

Als vor wenigen Jahren nicht nur die furchtbaren Pop-80er wiederentdeckt wurden, sondern auch die dunkle Seite der Macht in neuerlich aufgeputzter schwarzer Farbe zu glänzen begann, veröffentlichten Esben & The Witch ihr Debüt „Violet Cries“. Die Musik konnte schnell als "irgendwas mit Dark-New-Wave-Gothic-Witch-Pop" beschrieben werden und zog ganz in Hexenmanier aus unerfindlichen Gründen den Hörer in seinen Bann. Nach zwei Jahren Ruhe verdüstert sich nun erneut der Horizont – „Wash The Sins Not Only The Face“ heißt das neue Album und führt den Stil des Vorgängers konsequent fort: Tief gestimmte Gitarren, verzerrte Effekte, viel Gruselsynthesizer und natürlich der mit viel Hall gemixte Gesang von Rachel Davies.

Dennoch sind Esben & The Witch keine Band für den durchschnittlichen schwarz geschminkten Gothicfan, denn trotz des düsteren Gesamtkonzeptes bleibt viel Raum für Pop. Würde man beispielsweise nur „Slow Wave“ hören, lägen obige Assoziationen in weiter Ferne, denn Esben & The Witch wagen sich an den schwierigen Versuch, auch im weitläufigen Feld „Indiepop“ Stimmen zu sammeln. Manchmal gelingt dies auch sehr gut, bisweilen hängt die Band dabei zu sehr zwischen den Stühlen. Schuld daran ist auch Davies‘ Gesang, deren stimmliche Varianz ungefähr mit der Mimik von Kristen Stewart gleichzusetzen ist.

So hat „Wash The Sins Not Only The Face“ vor allem dann seine Stärken, wenn mit dem üblichen Schema gebrochen wird: etwa wenn in „The Fall Of Glorieta Mountain“ auf den ganzen Hallschnickschnack verzichtet wird und man Davies mal in Klarheit singen hört – schon entsteht die wunderbare Atmosphäre, die den Erfolg des ersten The-XX-Albums begründete. Oder wenn im abschließenden „Smashed To Pieces In The Still Of The Night“ in Postrockmanier ein langsam aufbauendes Krachgewitter heraufbeschworen wird. Man merkt in solchen Momenten, dass Esben & The Witch deutlich mehr können als die recht einseitigen Stücke, die einen Großteil des Albums ausmachen, suggerieren. So hinterlässt "Wash The Sins Not Only The Face" einen zwiespältigen Eindruck – die Band zeigt, dass sie Potential hat, ruft dieses aber nicht in dem Maße ab, wie noch auf dem Debüt.

Klaus Porst

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