Rezension

Yeasayer

All Hour Cymbals


Highlights: 2080 // Ah, Weir // Forgiveness
Genre: Indie // World
Sounds Like: Animal Collective // TV On The Radio // Beirut

VÖ: 16.11.2007

Zugegeben, das Musikjahr 2007 liegt in seinen letzten Atemzügen, etwas Handfestes erwartet doch niemand mehr. Vielleicht ein, zwei nette Livealben vom Weihnachtsmann oder drei Wochen vorher ein nettes Best-Of im Stiefel, aber ein für die Jahrescharts relevantes Album Mitte November?! ”Noch nie gehört.”, ” Sowas gibt’s doch gar nicht!”, ”Ein Spinner muss derjenige sein, der das behauptet!” Nennt mich wie ihr wollt. Ich habe Beweise – ganze elf um genau zu sein.

Yeasayer dürften den wenigsten ein Begriff sein. Kaum zu glauben, wenn man bedenkt, dass sie sich schon seit Beginn des neuen New Yorker Musikaufschwungs - ausgelöst durch die Strokes - in dessen Szene rumtummeln. Wie schafft man es, derart außergewöhnliche Musik zu machen, ohne nur den Hauch internationaler Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen? Anno 2007 hat der aufmerksame Musikliebhaber zwar nahezu alles Erdenkliche gehört, doch einen derartigen Kultur-Mix wie ihn die vier Brooklyner Jungs hier abgeliefert haben, findet man normalerweise höchstens auf Sportgroßveranstaltungen – so etwas konnten selbst World-Spezialisten wie Beirut oder M.I.A. noch nicht in eine ¾-Stunde packen.

Die Musik klingt so manchmal nach Balkan, oft nach Afrika, für 1:21 Minuten nach Thom Yorke (“Ah, Weir”), bis sie im Endeffekt in internationalem Beisammensein (“Red Cave”, eine Art Bonus-Track) endet. Dass sich im stets sonnigen, zugleich atmosphärischen Klangbild des Albums der ein oder andere Hit versteckt, beweisen “2080” und “Forgiveness” mit Bravour. Das Endprodukt klingt wie eine Mischung aus Arcade Fire, Grizzly Bear und dem Animal Collective. Wenn nicht das spätestens für Spannung sorgt, dann weiß ich’s auch nicht. Mitte November hin oder her.

Paul Weinreich

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