Rezension

Toro Y Moi

What For?


Highlights: What You Want // Empty Nesters // Spell It Out
Genre: Indie-Pop // Beach-Pop
Sounds Like: Washed Out // Neon Indian // Beach Boys

VÖ: 10.04.2015

Chaz Bundick hat es nicht leicht. Seit er im Jahr 2010 sein Debüt-Album „Causers Of This“ herausbrachte, wird er mit jeder neuerlichen Veröffentlichung in die Chillwave-Schublade gepackt – gemeinsam mit Bands wie Washed Out zählt er zu den Gründervätern eines Genres, in dem er sich eigentlich schon lange nicht mehr heimisch fühlt. Nun ist Bundick a.k.a. Toro Y Moi nicht gerade als Lautsprecher bekannt und so veröffentlichte er fleißig weiter seine Alben in der Hoffnung, dass sich das Thema Chillwave bald von selbst erledigen würde. Doch das 2011er „Underneath The Pine“ verfestigte die Chillwave-Zugehörigkeit nur und so war Bundick gefangen in einer Welt, die mit seinem eigenen Anspruch, aus Angst vor Langeweile niemals das Gleiche machen zu wollen, aber mal gar nichts zu tun hatte.

Nach dem 2013er Pop-Ausflug mit „Anything In Return“ widmet sich Toro Y Moi nun der Rockmusik. Die Synthies und minimalistische Lo-Fi-Produktion weichen einer fast schon bombastisch produzierten Pop-Gitarren-Platte, die nicht selten an die Beach Boys erinnert. „What You Want“ eröffnet mit einem Knall, aus einer Wolke aus verzerrten Effekten schält sich ein Riff, das es in sich hat. Erst Bundicks leicht abwesender, verträumter Gesang liefert wieder eine Identifikation in Form einer roten Linie. Nicht die ganze Platte ist so konsequent. „Buffalo“ und „The Flight“ erinnern, abgesehen von der Abwesenheit ausufernder Synth-Spielereien, schon noch stark an „Causers Of This“. „Empty Nesters“ und „Spell It Out“ hingegen sind Uptempo-Indie-Rock- und Power-Pop-Nummern, wie man sie Bundick nicht zugetraut hätte.

Es befinden sich Gegensätze auf „What For?“, die einerseits das Image des ruhelosen Chamäleons, das Bundick innehat, unterstreichen, andererseits der Platte auch eine gewisse Bedeutungslosigkeit verleihen. Wie so oft seit 2010 liefert Bundick Songs ab, die über jeden Zweifel erhaben sind, gleichzeitig aber die schwächeren Songs mitschleifen müssen. „What For?“ ist eine gute Platte für den Frühling, für Sonnenbrille und Road Trip. Noch geht die Rechnung also auf, die Frage ist nur, wie lange noch

Andreas Peters

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