Rezension

The Drums

Summertime EP


Highlights: Let's Go Surfing // Don't Be A Jerk, Johnny
Genre: Indie-Rock
Sounds Like: Joy Division // Beach Boys // The XX

VÖ: 26.02.2010

Meistens haben Musikschreibende es nicht einfach. Gerade in Zeiten wachsender Bandpopulationen erreichen uns mehr und mehr belanglose Alben, die meist belanglos bleiben und noch umso grausamer werden, je tiefer man nach Gründen für die subjektiv empfundene Grausamkeit forscht. Das Gleiche kann auch für sehr gute Platten gelten, die immer besser werden, je tiefer man in die Materie eindringt. Dennoch macht das noch keine fertige Plattenrezension.

Bei Bands wie The Drums aus Brooklyn, New York, ist das anders. Ohne kopistisch zu klingen, drängen sich hier die gegensätzlichen Referenzen geradezu auf. Gleichzeitig mangelt es bei ihrer Debüt-LP auch nicht an Assoziationen, die zur Produktion eines Textes von oft unterschätzter Bedeutung sind. 'Summertime!' jedenfalls versetzt seine Hörer in das Kalifornien der Beach Boys. Doch in diesem Sommer kochen die Jungs um Brian Wilson nicht ihr eigenes Süppchen, sondern treffen sich mit Joy Division, um, in Form eines klassischen Mash-Ups, ihren Surf-Pop mit dem minimalistischen Post-Punk der Engländer zu vermählen.

Das Ergebnis ist hedonistischer („Let`s Go Surfing“), oft Dur-gefärbter Minimal-Pop, der oft bereut ("I Felt Stupid"), jedoch meistens den Moment genießt. Diese Songs suchen in diesem Frühjahr, vielleicht auch – die Halbwertszeit zumindest erlaubt es – diesem Sommer, ihresgleichen. Die Länge von nur 7 Tracks ist nahezu perfekt, was lediglich die Frage nach dem kommenden Album aufwirft. Die Gefühle und Referenzen, die hier auf EP-Länge gebündelt wurden, würden in gleicher Form auf Albumlänge nicht mehr funktionieren.

Davon abgesehen machen The Drums die Musik, die der potentiell beste Soundtrack für jene Abende im Frühsommer ist, denen mit viel Bier, viel Sonne und noch mehr netten Menschen der spätere melancholische Rückblick inhärent ist.

Andreas Peters

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