Rezension

Half Moon Run

A Blemish In The Great Light


Highlights: Then Again // Razorblades // Favourite Boy
Genre: Indie-Rock // Alt-Folk // Synth-Pop
Sounds Like: Mumford & Sons // Arcade Fire // The War On Drugs

VÖ: 01.11.2019

Die letzten vier Jahre war es relativ still um die vier Kanadier von Half Moon Run. Nun veröffentlichen sie ihr drittes Studioalbum, welches den etwas kryptischen Namen „A Blemish In The Great Light“ trägt. Wer die beiden Vorgänger bereits kennt, weiß dass ihn ein bunter Mix aus Melancholie, Atmosphäre und musikalischer Virtuosität erwartet. Der komplexe Sound brachte Ihnen bereits in der Vergangenheit Vergleiche mit Radiohead und Arcade Fire ein. Genregrenzen sind den Jungs um Dylan Phillips egal und so kommt auch der dritte Tonträger abwechslungsreich daher.

Mit „Then Again“ starten Half Moon Run auch gleich mit einer Folk-Rock-Nummer die durch viel Atmosphäre und tighter Bassline zu überzeugen weiß. Ebenfalls toll ist das fröhlich-verträumte „Favourite Boy“. Die Liebesgeschichte erinnert etwas an frühe Werke von The Kooks. Catchy Hook, Klavieruntermalung und ein kleines Gitarrensolo lassen den Sound sehr voll und vielseitig erscheinen. Die zweite Single ("Fresh And Blood") schlägt eine ähnliche Richtung ein, wenngleich hier etwas mit Back-Vocals übertrieben wurde.

Ein völlig neues Gesicht zeigen die vier Jungs aus Montreal im längsten Song der neunjährigen Bandgeschichte ("Razorblades"). Was zunächst wie ein gewöhnlicher Indie-Folk-Song inklusive Mitsingrefrain wirkt, entpuppt sich im Verlauf durch eine düstere Bassline und diversen elektronischen Spielerein als äußerst vielschichtiger Song. Das fast schon geschriene „It makes no sense“ bringt eine ungewohnt aggressive Komponente in den Sound des Quartetts. Sicher eine spannende Neuerung, die aber dennoch nicht vollends zu Ende gedacht wirkt.

Zum Ausklang des Albums konzentrieren sich Half Moon Run dann wieder auf ihre bekannten Stärken wie sphärische Klavierstücke ("Undercurrents") und melancholisch-düstere Midtemposongs ("Jello On My Mind"). Langweilig wird es auf „A Blemish In The Great Light“ nie und so erscheinen die fast vierzig Minuten recht kurzweilig.

Christian Bensch

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Video zu "Then Again"
Video zu "Favourite Boy"

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