Rezension

Half Moon Run

Dark Eyes


Highlights: Full Circle // Call Me In The Afternoon // She Wants To Know // 21 Gun Salute
Genre: Indie-Rock // Folk // Synth-Pop
Sounds Like: Alt-J // Fleet Foxes // The Barr Brothers

VÖ: 25.10.2013

Schon während man „Full Circle“, den ersten Song von Half Moon Runs Debütalbum „Dark Eyes“, hört, erahnt man, woran man die nächsten knapp 40 Minuten ist: packende Rhythmen, eine wunderbare Instrumentvielfalt und Stimmharmonien zum Dahinschmelzen. Der Opener des Albums der drei Kanadier Devon Portielje, Connor Molander und Dylan Phillips macht keine leeren Versprechungen, denn jeder weitere Song ist nicht minder fesselnd und man wünscht sich, aus Dreiminütern würden Lieder mit Überlänge werden.

„I guess I needed to open up and let it all out“ singt Portjele in „She Wants To Know“ und genau das haben Half Moon Run mit ihrem Debüt getan. Begleitet von Percussionbeats und kraftvollen Gitarrenklängen, zarten Mudharmonikamelodien, konstanten Basslinien und psychedelisch klingenden Echos macht man sich auf, hypnotisierende Sounds zwischen 80er-Jahre-Synthesizer-Klängen und neuem Indie zu entdecken. Doch nicht nur die Instrumentvielfalt macht Half Moon Run aus, denn Portieljes klare Vocals, in Mehrstimmigkeit ergänzt durch Molander und Phillips, geben jedem Song etwas ganz besonderes. Die Band versteht es, in „Dark Eyes“ die richtige Mischung aus wild und mild zu treffen und den Hörer in ihren Bann zu ziehen: Balladen wie „No More Losing The War“ und „Need It“ scheinen die Rastplätze zu sein, auf denen man seine Füße hochlegt, um spätestens zu den Rhythmen in „Judgement“ wieder voll in Fahrt zu kommen; „21 Gun Salute“ ist als letzter Track des Albums nur noch die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.

Folkiger Indie-Rock, irgendwo zwischen Alt-J, Bombay Bicycle Club und den Fleet Foxes, irgendwie düster, aber trotzdem stimmungserhellend - die musikalische Einordnung der Band ist gar nicht so einfach, weil Half Moon Run doch in keine Schublade zu stecken wären. Bei dieser Einzigartigkeit ist kaum verwunderlich, dass Vergleiche zu Musikgiganten wie Radiohead gezogen werden – ob man dem zustimmen möchte, ist dann natürlich jedem selbst überlassen, Touren mit Patrick Watson, Metric, Mumford & Sons und The Temper Trap sind ohnehin schon große Aushängeschilder.Und manchmal ist es einfach so: Hört man einmal von einer Band, bei der man das Gefühl hat, sie könnte vielleicht etwas ganz großes werden, braucht es keine vielsagenden Vergleiche, sondern mehr Songs mit Überlänge.

Doreen Stoecke

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