Rezension

Devendra Banhart

Ape In Pink Marble


Highlights: Good Time Charlie // Fancy Man // Fig In Leather // Lucky
Genre: Folk // Sixties // Songwriter // Pop
Sounds Like: Iron & Wine // Grizzly Bear // Joanna Newsom

VÖ: 23.09.2016

Die Musik von Devendra Banhart ist im groben Sinne Songwriter-Folk, doch in verschiedensten Ausprägungen: Mal sehr reduziert und schön („At The Hop“), mal großartig, ausladend, rockig („Seahorse“), mal eher funky wie auf der letzten Platte „Mala“. Bislang waren alle Alben mehr oder minder großartig, und es gab ein großes Gefühl, das sie zusammenhielt: die Nostalgie. Devendra Banhart liefert den perfekten Soundtrack für Dinge, die vorüber sind, aber auf erhabene Weise. Ein Spaziergang durch die Ruinen einer alten, langsam verwuchernden Fabrik irgendwo am Stadtrand, dieses Gefühl – das ist genau Devendra Banhart. Ein verschroben-heimeliges Gefühl, ein bisschen Weirdness, und all das gepackt zu Inspiration.

„Ape In Pink Marble“ ist sein mittlerweile neuntes Studioalbum, und hier beschleicht die Nostalgie das erste Mal ein wenig seine Musik selbst. Erstmals überrascht er nicht, sondern ist vor allem dann gut, wenn er an große Momente der Vergangenheit seiner eigenen Musik erinnert. Da ist wieder diese Stimmung, klar, da ist eine Menge Weirdness, da sind viele behutsame, großartige Melodien wie in „Good Time Charlie“, da ist aber keine absolute Überraschung mehr. Doch das muss gar nichts Schlechtes sein, es ist sogar vielleicht gut so.

„Mala“ war die absolute perfekte Auslotung der Groovigkeit seiner Musik, ein weiterer Schritt in diese Richtung wäre peinlich gewesen. Perfekte weirde Folk-Alben hat Devendra Banhart auch schon gemacht, etwa „Smokey Rolls Down Thunder Canyon“. „Ape In Pink Marble“ ist vermutlich genau der richtige Schritt – die Grenzen seiner Musik und seines eigenen Styles sind nun abgesteckt, und in diesem großen Raum bewegt er sich mit dieser Platte ganz behutsam vor sich hin. Und so schafft Devendra Banhart mal wieder ein richtig gutes Album, schönerweise wieder wesentlich ruhiger als der Vorgänger. „Ape In Pink Marble“ ist sicher nicht sein bestes Werk, aber wer so entspannt noch solche Platten machen kann, auf denen simple Folk-Perlen wie „Lucky“ enthalten sind, der braucht sich nicht mehr unnötig verbiegen. Und wenn jemand das nicht macht, dann Devendra Banhart.

Daniel Waldhuber

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