Festival-Vorbericht

Traumzeit Festival 2011


Am Wochenende findet in Duisburg das 15. Traumzeit Festival statt. Wir werfen an dieser Stelle einen Blick nach vorne und stoßen auf ein Festival, das in einem mit Veranstaltungen vollgepumpten Sommer tatsächlich aus der Reihe zu fallen scheint.

Ruhr.2010 – die Auszeichnung als Kulturhauptstadt Europas und der damit verbundene Veranstaltungsmarathon für das 53 Städte und 5,3 Millionen Einwohner umfassende Gebiet – dürfte dem Ruhrpott tatsächlich den erhofften Imagegewinn gebracht haben. Nicht mehr als die für Bergbau-Subventionen streitende, arme, strukturschwache, eben nur ehemals prosperierende Region wahrgenommen zu werden, sondern als lebendig, jung, hip, aber auch als Region mit bewegender Geschichte.

Ein Star von Ruhr.2010 war neben der Zeche Zollverein in Essen mit Sicherheit der Landschaftspark Duisburg-Nord, der freilich aber schon in seiner jetzigen Form existierte, als an den "Kulturhauptstadt"-Titel noch niemand denken konnte. Im ehemaligen Hüttenwerk wurde schon 1985 die Eisenproduktion eingestellt, 1994 wurde dann auf dieser Industriebrache der Landschaftspark eingeweiht – und genau dort, an dieser vor allem für Nicht-Ruhrpottler beeindruckenden Kulisse, findet seit 1997 das Traumzeit Festival statt. Die Bühnen heißen demzufolge nicht "grün", "blau", "rot", sondern "Gießhalle", "Bühne am Gasometer", "Kraftzentrale", "Foyer Pumpenhalle", "Gebläsehalle" und "Hüttenmagazin".

Bis vor wenigen Jahren widmete sich das Traumzeit Festival noch überwiegend der Welt- und Jazz-Musik, dann wendete man sich aber mit Auftritten von Bands wie Lambchop, Calexico oder The Notwist doch zumindest in Teilen der anspruchsvollen Popmusik zu und konnte auch noch mit exklusiven Auftritten wie einer gemeinsamen Improvisations-Pianoshow von Helge Schneider und Chilly Gonzales punkten.

Auch 2011 gibt es mit Patrick Wolf und Alec Empire ein Aufeinandertreffen zweier Künstler, das man so vorher noch nicht gesehen hat. Zudem spielen Caribou ihren einzigen Festivalauftritt in Deutschland, sind Mogwai, The Weakerthans und Bohren & Der Club Of Gore mit dabei und es gibt einen Festival-Schwerpunkt auf Myanmar/Birma/Burma, eine musikalische Entdeckungsreise in ein Land, das den meisten Festivalbesuchern bislang noch fremd sein dürfte. Es sollte also interessant werden beim Traumzeit Festival 2011.

Tagestickets: VVK 25€ zzgl Gebühren; AK 30€
Festivaltickets: VVK 60€ zzgl Gebühren; AK 70€
Detaillierte Infos sowie Ticketvorverkauf unter www.traumzeit-festival.de

Bands: Caribou / Mogwai / Mike Stern Band / The Weakerthans / Ólafur Arnalds / Yaron Herman / Bill Evans & Randy Brecker Soulbop / Bohren & der Club of Gore / Esperanza Spalding / Amiina / Bubble Beatz / Portico Quartet / Rusconi / DeVotchKa / Hundreds / Nils Koppruch / Tim Neuhaus & The Cabinet / Traumzeit Spezial: Myanmar / u.v.a. *

Weitere Infos: www.traumzeit-festival.de

Matthias Kümpflein

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