Festival-Vorbericht

Eurosonic Norderslaag 2017


Schon mal zu Bastille mitgesungen? Bei einem Festivalgig von Royal Blood abgehottet? Oder James Blake in unsere Jahrescharts gewählt? Dann empfehlen wir einfach mal ein "Dank je wel" in Richtung Groningen – es ist nämlich gut möglich, dass all diese Bands ohne das Eurosonic Noorderslag bei weitem nicht da wären, wo sie heute sind.

Das Eurosonic ist nämlich bereits im Januar eine der ersten Anlaufstellen für Vertreter von Festivals und Plattenfirmen aus ganz Europa, um sich über vielversprechende, teils noch ungesignte internationale Newcomer zu informieren, die über 20 Bühnen bespielen. Von isländischen Rap-Kollektiven über estnischen Indietronic bis zu moldawischen Metalbands ist hier alles dabei – und doch sollte man nicht den Fehler machen, die Bands lediglich auf ihren vielleicht vorhandenen Exotenbonus zu beschränken.

Das parallel stattfindende Noorderslag wiederum konzentriert sich auf einheimische – also in diesem Fall niederländische – Künstler, von denen einige wie Klangstof, Mozes And The Firstborn oder die Paceshifters auch hier schon kein unbeschriebenes Blatt mehr sind. Zusätzlich finden von Mittwoch bis Samstag verschiedenste Konferenzen statt, darunter die namhaften European Festival Awards. Und wer sich vor den oft erst ab 20 Uhr stattfindenden Konzerten etwas langweilen sollte, dem sei die Erkundung Groningens ans Herz gelegt – eines wirklich jungen und offenen Städtchens, das man nur dann kurz nicht lieben kann, wenn man mal wieder fast von einem der vielen Radfahrer umgewumst worden wäre.

Normalerweise würden wir hier nun noch einmal das ganze Line-up vorstellen – bei der Ausrichtung auf die Helden von morgen sparen wir uns das aber nun. Eine Erwähnung wert sind uns dann aber doch unsere persönlichen Lieblinge von Drangsal, Roosevelt und Die Höchste Eisenbahn, die die deutsche Musikwelt gen Groningen schickt – erobert Europa, Jungs!

Festival-Webseite: www.eurosonic-noorderslag.nl

Jan Martens

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