Festival-Vorbericht

Appletree Garden Festival 2019


In Kürze ist es wieder soweit: das Appletree Garden öffnet seine Tore. Nicht nur für uns ist das Appletree seit Jahren ein fester Bestandteil der Sommerplanung, konstant verkauft sich das Festival Monate vor Veranstaltungsbeginn aus. Das liegt zum einen am kreativen und frischen Booking, das Jahr für Jahr eine gute Mischung aus etablierten Künstler*Innen und Newcomer*Innen hervorbringt, zum anderen an der liebevollen Gesamtgestaltung des Wochenendes.

Im Programm finden sich neben verschiedensten Musikacts wie die Jahre zuvor einige Lesungen, die in Diepholz erfahrungsgemäß viel Anklang finden. Stammgast Dirk Gieselmann, selbst in der niedersächsischen Kreisstadt geboren, wird dem Publikum das Aufwachsen in der Gegend, fernab von Festival und Campingplatz, näher bringen. Besonders seine charmant beschriebenen Erfahrungen im ländlichen Jugendfußball ernten immer wieder seine verdienten Lacher. Ein wenig ernsthafter könnte es mit Schriftstellerin Ronja von Rönne werden, die es erstmals zum Appletree Garden zieht. Ihre Kolumnen gehören regelmäßig zu den meistdiskutierten in sozialen Netzwerken, man darf gespannt sein, was sie sich für ihre Festivallesung überlegt hat.

Aber auch musikalisch wird wie immer einiges aufgefahren. Dazu gehören internationale Indiegrößen, aber auch aufstrebende, jüngere Künstler. So geben sich die Festivallieblinge Balthazar (siehe Foto) zum wiederholten Male die Ehre und werden dabei zum ersten Mal Songs ihrer neuesten Platte "Fever" im Diepholzer Bürgerpark zum Besten geben. Aber auch im deutschsprachigen Bereich findet sich der ein oder andere interessante Künstler. Wer etwa keine Probleme mit grenzwertig kitschigem Italo-Schlager hat, wird sich Hals über Kopf in Roberto Bianco & Die Abbrunzati Boys verlieben, die mit ihren eingängigen Hits wie "Ponte Di Rialto" die perfekte Musik für einen angeschwipsten sonnigen Nachmittag liefern. Grundsätzlich decken die Buchungen wieder verschiedenste Genres ab, weshalb für jeden etwas dabei sein dürfte. Ob es nun klassischer Indie von Pip Blom, bombastischer Pop von Hundreds oder orientalischer House von Shkoon ist.

Und sollte man dort überraschenderweise nicht fündig werden, lohnen sich alleine die alljährlichen Abstecher in den Ort zur morgendlichen Schwimmbad-Pommes oder der ein oder anderen hart umkämpften Minigolf-Runde. Die gesamte Stadt lebt das Appletree Garden und kann das Festival gar nicht mehr abwarten, so wie wir. Oder um es mit Roberto Bianco zu sagen: "Si amore mio, amore mio si! Andiamo! Subito! Andiamo!"

Lewis Wellbrock

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