Rezension

Wolf Mountains

Urban Dangerous


Highlights: Listen To The Woods // I Wanna Be Asleep // Out From The Dark
Genre: Post-Punk // Highschool-Rock // Garagen-Rock
Sounds Like: Smashing Pumpkins // Pavement // Scharping

VÖ: 27.09.2019

Wolf Mountains sind weit mehr als nur ein weiteres Nebenprojekt von Nerven-Drummer und Tausendsassa Kevin Kuhn, denn die Band unterscheidet sich von ihren zahlreichen Stuttgarter (Punk-) Kollegen um die Nerven, Karies oder Human Abfall. Zum Beispiel dadurch, dass hier keiner darauf bedacht ist, ein besonders cooles Image zu pflegen, sondern die Herren Emerson, Zehnle und Kuhn offen zur Schau stellen, wie viel Spaß sie bei der Sache haben.

Mit schweren Riffs und aufgekratztem Geschrei werden Glam- und Highschool-Rock-Klischees gefeiert. So etwa in „Listen To The Woods“ und „I Wanna Be Asleep“, die mit viel Schwung in die Platte starten, oder „Out From The Dark“. Den Stuttgartern gelingt es mit diesen Songs, einen Hauch ihrer enormen Live-Energie zu transportieren. Somit hält „Urban Dangerous“ das hohe Niveau des Vorgängers „Superheavvy“ problemlos.

Das Album klingt wie eine Erinnerung an die Lieblings-90s-Glam-Rock-Band aus Teenagerzeiten, die es eigentlich nie gegeben hat. Ähnlich wie das Netflix-Format „Stranger Things“ spielen Wolf Mountains mit Assoziationen und Zitaten und erzeugen ein Gefühl, als seien sie schon immer da gewesen. „No Means No“ ist noch so ein Beispiel. Man fragt sich verblüfft, ob man diesen Track wirklich zum ersten Mal hört mit seiner unverfrorenen Radiohead-Gedächtnis-Gitarre. Ist aber auch egal, es macht einfach Spaß zuzuhören.

Und was passiert sonst noch so? Man macht in „Fuck You Beelzebub“ Bekanntschaft mit dem Teufel (oder einem Zombie?) und trifft in „Don’t Look At Me At The Disco“ ein Helium-beschwipstes Alien. Ironie gehört bei Wolf Mountains sicher zum Konzept, ist aber nie reine Ausflucht.

Jonatan Biskamp

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