Rezension

Turnover

Good Nature


Highlights: Super Natural // Breeze // Living Small
Genre: Indiepop
Sounds Like: Real Estate // Ducktails // Woods

VÖ: 25.08.2017

Alle zwei Jahre ein Album. Dem Rhythmus treu bleibend legen Turnover mit „Good Nature“ ihre dritte Platte auf. Ebenfalls konsequent zieht das Trio aus Virginia den Wandel ihres Sounds durch. War man mit dem Debüt noch in klassischen Emo-Gefilden unterwegs, zeigte „Peripheral Vision“ bereits starke Ansätze in Richtung Indie-Pop. Einzig der über den Songs schwebende Schwermut hinderte Turnover noch daran, eine waschechte Feelgood-Band zu sein. Mit „Good Nature“ ist aber nun auch der weitgehend weg. Ihr sucht noch die passende Musik für den ausklingenden Spätsommer? Hier ist sie.

Bereits Opener und erste Single „Super Natural“, ein unheimlicher Ohrwurm übrigens, geben eindeutig vor, woran man bei Turnover auf ihrem neuen Album ist. Glasklare Gitarrenmelodien dominieren – und zwar in Dur. Ein positiver und überaus harmonischer Sound, der schon sehr an Bands wie Real Estate erinnert. Im Gegensatz zu deren etwas missglückter letzter Platte gelingt es Turnover allerdings, die Spannung über den gesamten Verlauf von „Good Nature“ aufrecht zu erhalten.

Natürlich sollte dabei keiner eine emotionale Achterbahnfahrt erwarten, es ist eben straightforwarder Indie-Pop. Soll heißen: kompakte Drei- bis Vierminüter, die keinen Hehl daraus machen, dass man sich nicht unbedingt hochkonzentriert mit der Marterie auseinandersetzen muss. Musik, um die Seele baumeln zu lassen. Mehr braucht es manchmal auch einfach nicht. Und deswegen kann man sich auch schön zurücklehnen, wenn eine Uptempo-Nummer wie „Breeze“ ihren Titel buchstäblich zum Programm macht. Oder wenn „Living Small“ den nächsten unverschämt eingängigen Refrain auspackt. Deswegen einfach mal Fünfe grade sein lassen und dieses schöne Pop-Album genießen. Die nächsten Wolken werden sich schon wieder vor die Sonne schieben.

Benjamin Köhler

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