Rezension

To Kill A King

Cannibals With Cutlery


Highlights: Funeral // Gasp // Choices // Fictional State
Genre: Indierock
Sounds Like: Frightened Rabbit // Arab Strap // Mumford & Sons

VÖ: 24.02.2013

Wer besonders zynisch ist, darf sich einen Beziehungsverlauf laut To Kill A King vielleicht folgendermaßen vorstellen: I go home just to see your face, to see that it's not changed und it seems so natural to kiss you as the sun comes up – so geht es los. Hold your head underwater till the noises die – so endet es. Dazwischen: Drama, Pathos, Verzweiflung und Himmelhochjauchzen. Wenn man sich als Analogie dazu „Cannibals With Cutlery“ anschaut, passt das.

Denn wer sich zu Beginn des Albums von der wunderschönen Klavierballade „I Work Nights And You Work Days“ einlullen lässt, erlebt erst eine Facette eines tollen Debütalbums, das sich nahtlos zwischen alten Gäulen des Indierock wie Arab Strap und aktuellen Größen wie Frightened Rabbit einordnet – gesetzt den Fall, man hätte besagten Referenzen hin und wieder ein paar Endorphine in den Whisky gespritzt: Wo man das Gefühl hat, manch andere Band hätte zeit ihres Lebens keine Dur-Tonleiter gelernt, scheint in „Cannibals With Cutlery“ dann doch immer eine gehörige Portion Lebensbejahung mitzuschwingen – mal überdeutlich wie in den euphorischen „Choices“ oder „Funeral“, mal subtiler in gediegeneren Stücken.

Und was To Kill A King darüber hinaus ganz besonders auszeichnet: Ihre Fähigkeit zu überraschen. Damit sind nicht nur die erwähnte Mordfantasie gemeint, die Ralph Pelleymounter da über das Crescendo von „Gasp“ croont, sondern auch Ideen wie die, dem Song des Albums „Fictional State“ einfach nochmal stumpf zwei Minuten ans Ende zu stopfen oder auch, ein so aufwühlendes Album wie „Cannibals With Cutlery“ so antiklimaktisch wie irgendmöglich zu beenden: mit einem leisen, kaum vernehmbaren Flüstern. Im Sinne der Kerzenmetapher sagt man, man solle lieber hell brennen als langsam zu verglimmen – To Kill A King machen einfach beides.

Jan Martens

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