Rezension

Tiny Ruins

Olympic Girls


Highlights: School Of Design // Sparklers // Bounty
Genre: Folk // Country
Sounds Like: Alela Diane // Marissa Nadler // Julie Byrne

VÖ: 01.02.2019

Es musste sich etwas ändern bei Hollie Fullbrook, der Frau aus Neuseeland, die für Tiny Ruins steht. Nachdem sich im Anschluss an den Release ihres zweiten Albums vor fünf Jahren Erschöpfung breitgemacht hatte, ist Tiny Ruins nun wieder mit ihrem neuen Album „Olympic Girls“ zurück – diesmal jedoch als Band statt als Soloprojekt und mit einer neuen zuversichtlichen Ausrichtung. Inspiriert wurde Fullbrook unter anderem von den Bildern van Goghs – farbenfroh und kräftig solle Tiny Ruins nun klingen.

Für alle Fans der ersten beiden Platten sollte das auch ein Grund zur Freude sein. Fast hatte man sie schon vergessen, diese wunderschönen, kleinen, feinen Songs der ersten beiden Alben, doch sobald man diese angenehm unaufdringliche, melancholisch gefärbte Stimme wieder hört, werden Erinnerungen wach an die intimen Momente, die man mit Tiny Ruins bereits hatte. Auch wenn der neue, vollere Sound sich ein gutes Stück vom leisen Schlafzimmer-Folk entfernt, bleibt doch eine ähnliche Grundstimmung erhalten und auch wenn Fullbrook von farbenfrohen Klängen spricht, heißt das nicht, dass sie die Palette ihrer Ausdrucksmittel eingrenzt – ganz im Gegenteil. Nicht zuletzt sind es Hollie Fullbrooks reflektierte Texte, die direkt hängen bleiben und nachklingen.

Nur sind leider die neuen Songs von Tiny Ruins nicht alle so feinfühlig und treffsicher in ihrem emotionalen Ausdruck, wie man es bisher von ihr kannte und gelegentlich verliert man im Verlauf des Albums ein wenig den Anschluss. Dafür lebt „Olympic Girls“ als Ganzes neben Fullbrooks genannten Stärken vor allem von seiner angenehm weichen Instrumentierung und macht auch das dritte Album von Tiny Ruins zu einem treuen Winterbegleiter, der einem mit seinen analogen, sphärischen und leicht psychedelischen Klängen ein bisschen Wärme schenkt.

Kilian Braungart

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