Rezension

The Flatliners

Inviting Light


Highlights: Nicotine Lips // Indoors // Human Party Trick // Sympathy Vote
Genre: Alternative Rock // Punk
Sounds Like: Foo Fighters // Hot Water Music // Feeder

VÖ: 07.04.2017

Das erste Gebot der Punkbibel lautet wahrscheinlich wie folgt: Du sollst deinen Stil nicht ändern. Dicht gefolgt von: Du sollst nicht zu massenfreundlich klingen. Danach kommt wahrscheinlich irgendwas mit Dosenbier, aber wichtig ist erstmal: Die wichtigsten Regeln brechen The Flatliners in ihrem 15. Bandjahr mit „Inviting Light“ schon mal alle – und trotzdem machen sie alles richtig.

Monatelange Burnout-Pause, zum ersten Mal in einem neuen Proberaum – klar, dass das seine Spuren hinterlässt: Vom Skatepunk ganz früher Tage ist nichts mehr übrig, vom Gainesville-Punkrock der letzten Alben kaum. Stattdessen könnte man bei den großen Gesten, kraftvollen Riffs und eingängigen Melodien beinahe glauben, man höre die Foo Fighters mit anderem Sänger. Nur, dass die lange kein Album wie „Inviting Light“ mehr hinbekommen haben – und einen Hit wie „Sympathy Vote“ bestimmt seit „Learn To Fly“ nicht mehr.

Damit der Vergleich dann auch wirklich sitzt, probieren sich die Kanadier auch an der einen oder anderen Power-Ballade („Indoors“) – und so gelungen die auch ist, müssten sich spätestens hier jedem Punkrock-Puristen die Haare sträuben. Die können sich dann entweder „Nicotine Lips“, eine Referenz auf alte Zeiten und Bands wie Hot Water Music, in Dauerschleife geben oder am besten gleich ihren Horizont etwas erweitern. Denn mit ihrem fünften Album zeigen The Flatliners, dass auch im Punk gilt: Jedes Gebot ist da, um gebrochen zu werden.

Jan Martens

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