Rezension

The Clientele

Music For The Age Of Miracles


Highlights: Lunar Days // Everything You See Tonight Is Different From Itself
Genre: Entspannter Folk-Pop
Sounds Like: The Field Mice // Cigarettes After Sex // Downpilot // Mojave 3

VÖ: 22.09.2017

Vor zwölf Jahren erzählte Klaus Fiehe in seiner Radiosendung, die damals noch “Raum und Zeit” hieß, ganz begeistert von einer Entdeckung, die er gemacht hatte: The Clientele. Er hatte das Album „Strange Geometry“ in die Hände bekommen und war hin und weg. Alleine vom kurzen Einblick, den ich in der Sendung bekommen hatte, wusste ich, dass ich das Album wahrscheinlich genauso begeistert hören würde. Und da ich ohnehin zum damaligen Zeitpunkt all mein Geld aus dem Wochenendjob in CD-Käufe investierte, war „Strange Geometry“ beim nächsten Einkauf mit dabei. Seitdem hat es mich begleitet. Sehr oft, wenn ich meine Ruhe haben wollte, von der Welt da draußen, legte ich das Album ein und bekam, was ich mir wünschte. Ruhe, Entspannung und Geborgenheit. Die kam vor allem durch die zarten Melodien und durch die unglaublich warme Stimme von Alasdair MacLean. Der hallende, gehauchte Stimmklang kommt nicht nur durch MacLeans natürliche Stimmfarbe, sondern wird dadurch unterstützt, dass das Mikrofon in einen Gitarrenverstärker eingesteckt ist.

„Music For The Age Of Miracles“ ist nun das erste The-Clientele-Album seit sieben Jahren. Eigentlich hatten sich die Bandmitglieder ihren individuellen Leben gewidmet, Sänger MacLean machte vor allem solo oder unter dem Namen Amor De Días Musik. Durch das Wiedersehen mit einem alten Bekannten, Anthony Harmer, mit dem er schon früher Musik gemacht hatte, entstand die Lust auf gemeinsames Jammen. Und aus diesen Jams kamen Ideen für neue Songs. Als ein ganzes Album zusammen war, kontaktierte MacLean seine alten The Clientele-Kollegen Mark Keen und James Hornsey, ob sie Lust hätten, es mit ihm aufzunehmen. So entstand das neue Album, mit Harmer als weiterem Bandmitglied. Der brachte sich mit einer Vielzahl an besonderen Instrumenten ein. Er spielte String- und Bläserarrangements ein, Gitarre, Keyboards und so außergewöhnliche Instrumente wie Saz (arabische Langhalslaute) und Santur (Saiteninstrument, das überwiegend im persischen Raum gespielt wird). Das verleiht „Music For The Age Of Miracles“ neben den bereits gewohnten entspannten The Clientele-Klängen einen zusätzlichen Zauber.

Der Zauber kann dennoch nicht mit dem mithalten, was „Strange Geometry“ für mich ist. Aber „Music For The Age Of Miracles“ bietet mit seinen Folk-Pop-Songs über Geburt, Wiedergeburt, Geister, geliebte Menschen, über Wunder im Allgemeinen, einen schönen, neuen Entspannungssoundtrack. Für alle, die The Clientele nun erst entdecken, kann es ja möglicherweise zu eben solch einem besonderen Werk werden, wie es „Strange Geometry“ für mich ist.

Marlena Julia Dorniak

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"Lunar Days" (Lyric-Video)
"Everyone You Meet"

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