Rezension

Surf Curse

Heaven Surrounds You


Highlights: Labyrinth // Safe // Opera
Genre: Post-Punk // Indie
Sounds Like: Current Joys // Real Life Buildings // Vundabar // Beach Fossils

VÖ: 01.11.2019

Wie praktisch, dass Nick Rattigan, der mit seinem Solo-Projekt Current Joys schon letztes Jahr musikalisch präsent war, mit seiner Band Surf Curse dieses Jahr direkt weitermacht. Während Current Joys sich in reduzierteren, zum Teil ruhigeren Reflexionen Rattigans bewegt, stellte Surf Curse als Band mit Gitarrist Jacob Rubeck bisher immer eher etwas wie das wildere, rotzige und wütende Gegenstück dar. Auf dem mittlerweile dritten Album der Band sieht das allerdings etwas anders aus.

Man hört es im direkten Vergleich mit dem gnadenlos wuchtigen Vorgänger „Nothing Yet“, dass sich in den zweieinhalb Jahren einiges getan hat. Das neue Album „Heaven Surrounds You“ klingt deutlich weicher und zugänglicher, weniger punkig und roh und fordert einen längst nicht in der Form, wie es die früheren Alben der Band taten. Und wie immer ist es eine Frage der Perspektive: Man könnte sagen, dieses Album ist reifer, feinsinniger und ausbalancierter, man könnte aber genauso sagen, dass ihm die von Surf Curse bisher bekannte Konsequenz und Kraft fehlt.

Beide Sichtweisen machen Sinn, wenn man „Heaven Surrounds You“ aber unabhängig vom musikalischen Kontext der Band betrachtet, kann man nur feststellen, dass Rattigan und Rubeck wieder einmal eine Menge großartiger Songs angesammelt haben. Zwischen Zuversicht und Selbstzweifeln bewegen sich die Tracks, die sich wie bei Rattigan üblich um die Kompliziertheit des zwischenmenschlichen Miteinanders drehen. So findet man hier großartige Hymnen wie „Safe“, Stücke wie das schleppend-schwere „Opera“ aber auch wunderbar vorantreibende Songs wie „Labyrinth“. Generell ist es gar nicht so leicht, einzelne Highlights zu benennen. Es ist fast, als ob Surf Curse ein Rezept für gute Songs gefunden haben, dass sich in verschiedensten Variationen immer wieder anwenden lässt, was in einem so stringenten Album wie „Heaven Surrounds You“ resultiert. Wem Surf Curse bisher nichts sagte, sollte hiermit unbedingt den Einstieg wagen.

Kilian Braungart

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