Rezension

Stars

The North


Highlights: The Theory Of Relativity // Hold On When You Get Love And Let Go When You Give It // Through The Mines // A Song Is A Weapon
Genre: Indie-Pop
Sounds Like: Amy Millan // Metric // The Most Serene Republic

VÖ: 19.10.2012

Von allen Ablegern von Broken Social Scene waren Stars schon immer die Band für die Träumer und Romantiker. Amy Millan und Torquil Campbell singen über die Liebe, den Tod und alles dazwischen. Vor allem dann, wenn ihre beiden Stimmen zu Synthies, Gitarre oder Klavier im Wechselspiel die schönen und düsteren Texte darbieten, erzeugen sie diese ganz besondere Stimmung, die Stars ausmacht und an der Schnittstelle zwischen Sehnsucht und Wehmut liegt.

Beim Hören des neuen, mittlerweile schon sechsten Albums schleicht sich langsam aber sicher der Gedanke ein, dass sich dieser Zauber abzunutzen scheint. Es braucht wirklich einige Durchläufe, bis ein paar der Lieder hängenbleiben und diese spezielle Atmosphäre sich einstellt. An einem Lied wie „Do You Want To Die Together?“, das es schon nach dem ersten Durchgang geschafft hat, im Gedächtnis zu bleiben, hat man sich andererseits aufgrund dessen vor Kitsch überschäumenden Theatralik bis dahin dann leider schon wieder sattgehört.

Natürlich können sie es noch. „Hold On When You Get Love And Let Go When You Give It“ ist zum Beispiel so ein typischer Stars-Song, zwar ohne Synthies, aber dafür mit bittersüßem Text und perfekter Harmonie zwischen Millan und Campbell – da schaut man über Langweiler wie „Light Changing Colour“ gerne hinweg. Wenn auch nach wie vor keine Totalausfälle zu verzeichnen sind, ist die Abwärtskurve von "In Our Bedroom After The War" über "The Five Ghosts" bis zum aktuellen "The North" leider unverkennbar. Es bleibt also nur zu hoffen, dass sich dieser Trend nicht weiter fortsetzt und wir noch lange weiter mit Stars träumen können: von Liebe, Tod und allem dazwischen.

Lisa Dücker

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