Rezension

Snow Patrol

A Hundred Million Suns


Highlights: If There's A Rocket Tie Me To It // Take Back The City
Genre: Alternative // Rock
Sounds Like: Alter Bridge // Counting Crows // 3 Doors Down

VÖ: 24.10.2008

Endlich wieder Musik, die selbst meine Mutter mag. Snow Patrol sind massentauglich. Sie passen auf Festivals, Soundtracks und in Samstagabendshows. So gesehen sind die fünf Briten die Max Mustermanns der Rockmusik. Sie tun niemandem weh und sind irgendwie immer gleich. Snow Patrols neuer Longplayer bietet somit wenig Neues. Die Platte ist „nett“. Frontmann Gary Lightbody äußerte sich zuvor noch über die große Veränderung, die die Band mit dem Album durchmache und dass es sich um die beste Veröffentlichung der Band handele. Man fragt sich, ob es solche Statements als fertige Textbausteine für die Presse gibt? „A Hundred Million Suns“ ist zwar das fünfte Album der Bands, jedoch das dritte überregional Bekannte nach „Final Straw“ und „Eyes Open“.

„If There’s A Rocket Tie Me To It“ eröffnet den Reigen des Altbekannten. Wirklich schönes Lied mit viel Melodie und Spannungsbogen. Lightbody’s Stimme ist einfach beeindruckend. Die Drums setzen erst dezent zum zweiten Drittel des Stücks ein, um zum Schluss zu explodieren. Der Backgroundgesang beginnt und die Gitarren versuchen der anfänglichen Monotonie zu entfliehen. Alles neu? Kein Stück.

„Crack The Shutters“ bestätigt diesen Eindruck. Ein Titel, der gut in den Herbst passt. Die Masche mit dem Spannungsbogen ist die Gleiche. Ich höre das Lied und stelle mir vor, wie die Ärzte von Grey’s Anatomy in Zeitlupe einen verblutenden Patienten in die Notaufnahme schieben. „Take Back The City“ ist gut, aber auf gar keinen Fall mehr. Endlich mal ein Titel, bei dem die Gitarren nicht so gefesselt wirken wie zuvor. So wechseln sich Power-Chords mit sporadischen Einwürfen und Breaks ab. Eine wirklich gute Wahl für die erste Singleauskopplung.

Der Rest läuft nach dem üblichen Schema ab. Ein Lied schnell und kraftvoll, ein Lied langsam und bedächtig. Das traurige ist, dass man keinen Titel mehr hervorheben muss. Das Album baut als Gesamtpaket zudem ab dem vierten, fünften Song spürbar ab. So kann man ab hier jeden Titel wohl besser auf seine Soundtracktauglichkeit abklopfen. Denn genau das Potential hat jeder der vierzehn Tracks.

„A Hundred Million Suns“ wird wohl kein kommerzieller Flop werden. Dafür war der Hype um „Eyes Open“ bereits viel zu groß. Nur wird die Platte wohl kaum Musikgeschichte schreiben oder wenigstens im heimischen CD-Regal als unersetzlich gelten.

Sascha Lackermann

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