Rezension

Slaughter Beach, Dog

Safe And Also No Fear


Highlights: Good One // Black Oak
Genre: Indie-Rock // Folk
Sounds Like: Okkervil River // Neutral Milk Hotel

VÖ: 02.08.2019

Hinter dem doch etwas ungewöhnlichen Namen Slaughter Beach, Dog, angelehnt an den Küstenort Slaughter Beach, Delaware, der südlich von Philadelphia an der amerikanischen Atlantikküste liegt, verbirgt sich das Solo-Projekt von Modern-Baseball-Frontmann Jake Ewald. Auch wenn sich auf dem neuen Album "Safe And Also No Fear" das Solo-Projekt zu einem Bandprojekt entwickelt hat, bleibt Ewald seinem folkigen Lo-Fi-Ansatz treu.

"Safe And Also No Fear" ist ein Album voller Melancholie und verträumter Melodien. Eine Platte für verregnete Sommertage oder verkaterte Sonntage, mit einem Sound irgendwo zwischen Wilco, Okkervil River und Pinegrove. Gefühlvoll und ehrlich singt sich Ewald mal autobiografisch anmutend, mal in fiktiven Erzählungen durch das Album. Die Band, inklusive Modern-Baseball-Bassist Ian Farmer, gibt den Songs dabei die passende Prise Dringlichkeit, um nicht zu sehr in wehmütigen Indie-Schunkeleien zu versinken. Assoziationen zu den Indie-Folk-Helden Neutral Milk Hotel kommen dabei immer mal wieder auf, beispielsweise im wunderbar verträumten "Good Ones", was vor allem an Ewalds Vocals liegt.

Die Emo-DNA der Band offenbart sich eher subtil, ohne viel Herzschmerz und Tragik, dafür umso mehr in herzerwärmenden Melodien. Gleich der erste Song "One Down" zeigt die Intimität, die Ewald auf der Platte offenlegt. Während "Black Oak" durch Storyteller-Qualitäten über sanft-verträumten Indie überzeugt, sind es meist die seichten Gitarren, die der Platte ihren Wohlfühlcharakter geben. Zwar plätschert das Album zum Ende hin etwas aus, was dem Gesamtwerk jedoch nicht groß schadet, da es genau die Kerbe zwischen melancholischem Emo-Rock und folkigem Singer-Songwriter trifft, um groß gewordenen Indie-Emo-Kids wohltuend ins Herz zu treffen.

Abhilash Arackal

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Slaughter Beach, Dog - Good Ones
Slaughter Beach, Dog - Black Oak

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