Rezension

Sipper

Have Fun


Highlights: Kid // Cry // Grow
Genre: LoFi-Indie-Pop
Sounds Like: Hovvdy // Porches // Current Joys // Surf Curse

VÖ: 28.05.2020

Hinter Sipper verbirgt sich das musikalische Projekt von Joe Beerman aus New York. Letztes Jahr machte er mit einer EP auf sich aufmerksam, die er dem US-Schauspieler Adam Driver widmete. Was erst einmal ziemlich bescheuert klingt, entpuppte sich aber als eine feine Sammlung meist recht melancholischer Songs. Im Titelsong der EP geht es zum Beispiel ganz konkret um den nie erfüllbaren Wunsch nach Perfektion und diese kleinen Traumwelten, in die man sich manchmal flüchten möchte.

Nun veröffentlichen Sipper mit „Have Fun“ eine neue EP, die zwar grundsätzlich dem Indie-LoFi-Sound des Vorgängers treu bleibt, aber noch einmal etwas dunkler klingt und zum Teil eine fast schleppende Schwere in sich trägt, die einen an Bands wie Hovvdy denken lässt. Trocken gespielte schwere Gitarren gepaart mit Beermans zartem Gesang tragen einen durch die sieben Songs der EP, die nach einem zögerlichen Anfang dann doch an Tempo aufnehmen, dabei aber nichts von der Schwermut verlieren, die sich generell durch Sippers Musik zieht.

Das ist es vielleicht letztlich auch, was die Musik von Sipper so gut macht – dass sich Beerman verletzlich zeigt und sich nicht nur hinter seinem coolen Gitarrensound versteckt, dass er diese Musik vor allem für sich selbst macht und nicht für irgendeine Außenwirkung. Und so ist auch die „Have Fun“-EP von einer Aufrichtigkeit geprägt, die es einem leicht macht, sich an diesen Songs zu freuen und einen gespannt auf ein Debütalbum warten lässt.

Kilian Braungart

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