Rezension

Shout Out Louds

Optica


Highlights: 14th of July // Walking In Your Footsteps // Hermila
Genre: Synthpop
Sounds Like: Those Dancing Days // I'm From Barcelona // Jens Lekman

VÖ: 22.02.2013

Eine weltweit auf zehn Stück limitierte Single aus Eis zum selber Basteln oder ein Auftritt im Abendprogramm von Pro7, das sind Marketing-Gags, die man so vor einigen Jahren noch kaum von den Shout Out Louds erwartet hätte. Und so mutet es auch doch ein wenig seltsam an, die fünf Schweden, die ansonsten eher für Geschmackssicherheit und Stil stehen, bei „Galileo“ zu sehen.

Nunja, sie wollen es wohl wirklich wissen mit ihrem vierten Studioalbum „Optica“. Es ist das erste Album, das, laut Eigenaussage, von der Band selbst produziert wurde und es kommt musikalisch um einiges ausgefeilter daher als die Vorgänger-Alben. Der langjährige Freund der Shout Out Louds Johannes Berglund dürfte dann wohl doch nicht ganz unbeteiligt gewesen sein und so fanden Bläser, Streicher und Synthies ihren Weg auf „Optica“. Wer noch immer dem aufgeregten Indie-Pop der Shout Out Louds auf „Howl Howl Gaff Gaff“ und „Our Ill Wills“ nachtrauert, wird auch mit „Optica“ nicht glücklich werden, so viel sei schon gesagt. Doch was beim 2010er Album „Work“ noch arg beklagt wurde, weicht nun der Akzeptanz, dass sich diese Band eben in zehn Jahren verändert hat. Und in der Erwartung, hier nicht mehr auf Indierock-Hymnen à la „Please Please Please“ treffen zu können, muss man sagen, dass auch die Shout Out Louds des Jahres 2013 noch gute Songs schreiben. Unaufgeregter zwar, anders, irgendwie kühler, aber dennoch gut.

Leider kann man den Shout Out Louds nach 2010 dennoch den großen Vorwurf machen, in ihrer gesteigerten Ernsthaftigkeit weniger einzigartig geworden zu sein. Teilweise ist man tatsächlich versucht, sich vorzustellen, wie etwa „Walking In Your Footsteps“ in diversen Oberbekleidungsläden funktionieren würde. Synthpop à la mode. Fazit: gutes, solides Album, aber leichte Abzüge in der B-Note. Zu prognostizieren ist aber auf jeden Fall ein steiler Anstieg des Bekanntheitsgrads der Band. Und vielleicht füllen sie ja doch bald die großen Hallen, wie es Kollege Martens noch 2007 in seiner Besprechung zu „Our Ill Wills“ kaum zu träumen wagte?

Christoph Herzog

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