Rezension

Samavayo

Soul Invictus


Highlights: Nightmare // Mad Machine // Got The Blues
Genre: Stoner // Rock
Sounds Like: Foo Fighters // Queens Of The Stone Age

VÖ: 12.10.2012

Die Unbezwungenheit scheint Samavayo offensichtlich besonders am Herzen beziehungsweise an der Seele zu liegen, so zumindest lässt sich der Titel des nun vierten Studioalbums lesen. Von Zwängen scheint man sich hier auch tatsächlich ganz gezielt freitreten zu wollen – eine entsprechende Kampfhaltung lässt sich den Jungs hier andichten, welche sich einfach in die Bandgeschichte einordnen lässt: Durch einen Coca-Cola-Bandcontest wurde das Quartett zunächst nach allen Regeln der Kunst gehypet, für ihr Album „One Million Things“ seinerzeit in Weichspüler gebadet und für selbiges Cover in frisches Weiß gepackt. Dass sich die Band damit nicht unbedingt wohl gefühlt hat, dokumentiert die Trennung vom damaligen Label und der seither gesteigerten Orientierung auf die bandeigene Plattenfirma Setalight sowie der daraus resultierenden Freiheit, selbstbestimmt zu arbeiten.

Und genau das passiert auf "Soul Invictus": Samavayo scheinen sich nicht nur an die eigenen Wurzeln rückgekoppelt zu haben, sondern schöpfen wieder aus altbekannten Vollen. So ergeben sich die Jungs aus Berlin in ihren straighten, satten Sound aus treibendem Schlagzeug und trockenen Gitarrenriffs, die sofort an Queens Of The Stone Age erinnern, werden ein kleines bisschen psychedelisch mit Blick auf die 60er/70er und hin und wieder begegnet einem Black Sabbath, was vor allem der eindrucksvollen Stimme Alavis geschuldet ist.

Das peitschende Drumintro des Openers zeigt gleich mal, dass hier ungekünstelt vorgeprescht wird, eingängige, zugleich knackige Refrains kommen dazu und präsentieren die Tracks einfach, aber prägnant. „Nightmare“ droht mit dem Albtraum des eigenen Ich, „Mad Machine“ legitimiert dies wieder: I lose my temper and I love it, yeah. This is me! und „Oblivion“ hat Sozialkritik zum Thema.

Samavayo legen ohne Frage ganz gut vor auf der ersten Hälfte dieser Scheibe. Das Ganze droht jedoch etwas Richtung Flachland abzurutschen, wenn mit „Live In The Past“ mehr schlecht als recht die Foo Fighters abgeklatscht werden (höre „Everlong“) oder einem mit „Torture Of The Guns“ ein beinahe kitschiger Song entgegensprudelt.

Alles in allem findet das Berliner Quartett ganz gut zu sich selber, baut sogar einen Song ein, für den Sänger Alavis Worte in seiner Muttersprache, iranisch, gefunden hat. Samavayo finden den Schalter im Dunkeln und heizen dabei ordentlich ein. Nur mit der Stadiontauglichkeit und der mit dieser einher gehenden Glätte müssen sich die Jungs noch irgendwas überlegen: so recht mag dies nämlich nicht zur Band zu passen, auch wenn das Samavayo scheinbar anders sehen wollen.

Silvia Silko

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