Rezension

Royal Blood

Royal Blood


Highlights: Out Of The Black // Figure It Out // Little Monster // Blood Hands
Genre: Blues // Garage-Rock
Sounds Like: Led Zeppelin // Wolfmother // Queens Of The Stoneage // Jack White

VÖ: 22.08.2014

Vor einigen Wochen bekam ich von einem Freund einen Link mit Hörempfehlung geschickt. Oft geht so was im Trubel des Alltags unter. In diesem Falle interessierte ich mich jedoch für seine Worte: "Zieh dir das mal rein. Das ist irgendwie echt… krass!". Mit dieser klassischen Clickbaiting-Methode hatte er mich aus irgendeinem Grund an der Angel und ich hörte zum ersten Mal "Out Of The Black" von Royal Blood. Und verdammt noch mal, ich fand's aufregend und irgendwie einfach geil.

Nun, da das allerorts lang ersehnte, selbstbetitelte Debütalbum endlich zu haben ist, verlassen wir die subjektive Sicht der Einleitung dieser Rezension und versuchen zu erklären, was denn da damals passiert ist. Denn objektiv gesehen ist das, was Mike Kerr und Ben Thatcher da veranstalten, nichts Neues. Aber vielleicht ist es gerade deswegen so aufregend. Denn das Duo aus Brighton bringt Garage/Blues-Rock wieder näher zu seinen Wurzeln und platziert ihn gleichzeitig mehr in der Moderne als es gegenwärtige Genregrößen wie die Black Keys und Jack White mit ihren aktuellen Longplayern vermochten. Das Erfolgsrezept scheint dabei verblüffend einfach zu sein. Die Konstellation (nicht das Format Duo – das haben die White Stripes und Black Keys marketingtechnisch schon zur Genüge ausgereizt) mit Bass, Gesang und Schlagzeug frönt einem Höchstmaß an Reduktion, was sich aber nicht auf den Sound auswirkt. Im Gegenteil: Jeder Riff sitzt, fährt ins Mark und elektrisiert das Rockerherz. Anders als jedoch beispielsweise Wolfmother, die vor Jahren ein Rock-Revival zu zelebrieren versuchten, geht es Royal Blood nicht um ein Statement, nicht mal um eine Epoche, die es zum x-ten Mal wiederzubeleben gilt. Es geht einzig und alleine darum, laut zu sein und zu beweisen, dass laut verdammt noch mal geil ist.

"Out Of The Black", "Figure It Out", "Little Monster" und "Blood Hands" legen davon ganz eindrucksvoll Zeugnis ab. Die ganze Platte funktioniert als unskipbares Rock-Statement und die immergleichen Fragen schwirren in des Hörers Kopf herum: "Wo geht das hier lauter?" und "Wie zur Hölle holt der Typ diese überkrassen Gitarren(!)-Riffs aus einem Bass?". Zumindest für die letzte Frage sind uns Royal Blood noch eine Antwort schuldig. Oder vielleicht auch nicht? Gut möglich, dass dieses kleine Mysterium einen nicht zu unterschätzenden Anteil daran hat, dass wir das Ding hier uneingeschränkt geil finden dürfen.

Andreas Peters

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