Rezension

Ron Sexsmith

Time Being


Highlights: Hands Of Time // All In Good Time // Reason For Our Love
Genre: Folk // Pop
Sounds Like: Paul Mc Cartney // Elvis Costello // The Good Sons

VÖ: 12.05.2006

Kritiker überschlagen sich regelrecht vor Begeisterung. Musiker wie Paul Mc Cartney lieben seine Musik, wie die keines zweiten. Trotz alledem war und ist er der unscheinbare Musiker von nebenan, der ganz nette Lieder zum Besten gibt. Die Rede ist von Ron Sexsmith, dem Mann, der mindestens seit „Retriever“ einer der gefragtesten Sonwriter sein müsste. Aber wie das nun einmal so ist, ist es eben nicht so. Sein letztes Album „Destination Unknown“, das folkige Duettalbum mit seinem Schlagzeuger Don Kerr, hat kaum jemand mitbekommen. Und jetzt?

„Time Being“, sein neuestes Werk, klingt zurückgelehnter, entspannter und vor allem introvertierter als „Retriever“. Es ist nicht das große Popalbum geworden, welches viele erwartet hätten. Es ist eher eine Platte geworden, die so klingt, als wäre sie im Keller eines alten Hauses bei Kerzenschein entstanden. Romantisch, verträumt, karg. Ein Liederreigen für laue Sommernächte. Für einsame Abende.

Das Songwriting ist so gut wie eh und je. Schon der Opener, das verhaltene, nachdenkliche „Hands Of Time“, schmiegt sich mit einer einschmeichelnden Melodie und seiner Vergänglichkeitsthematik ganz nah an. „From the moment we are born, We´re in the hands of time, As drunk on life as death is sober, When we say goodbye.” Bezaubernd. In der Manier geht es auch weiter. “All In Good Time”, mit lässigem Timbre und wunderschönem Refrain ist fast schon ein Hit. „Jazz At The Bookstore“ grooved entspannt vor sich hin und beweist, dass Herr Sexsmith auch den Blues im Blut hat. Das tänzelnde „Cold Hearted Wind“ ist mit einer filigranen Gitarrenmelodie versehen und zeigt wie schön Folk sein kann. Ruhiger wird es etwa bei „Reason For Our Love“, einem von einer Akustikgitarre getragenem Liebeslied, welches durch seine schlichte Instrumentierung und den anrührenden Gesang sehr zerbrechlich wirkt.

Wieder mal hervorragende Melodien. Wieder mal hervorragende Instrumentierung. Wieder mal hervorragende Texte. Wieder mal wird’s kaum einer mitbekommen.

Marcus Schmanteck

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