Rezension

Robot Koch

Particle Fields


Highlights: Hideaway // Heart As A River
Genre: Ambient // TripHop // Klassik
Sounds Like: 65daysofstatic // Bersarin Quartett // Massive Attack // Moby // Portishead

VÖ: 14.10.2016

Mit dem Soundtrack zum Weltraumspiel „No Man‘s Sky“ überzeugten zuletzt die Postrocker von 65daysofstatic. Atmosphärische, weit in den Raum hineingreifende Klänge mit zwei Stunden Spielzeit – und wie es scheint werden mehr Menschen Zeit mit der Musik verbringen als mit dem eigentlichen Spiel. Würde es das Genre „Weltraumsoundtrack“ geben, „Particle Fields“, eine Kollaboration des Produzenten Robot Koch mit der Violinistin Savannah Jo Lack, wäre der nächste Vertreter davon. Schon das Cover entführt auf fremde Planeten.

Die Musik dazu ist unnahbar wie das Weltall und doch mit dem Anspruch versehen, den Hörer zu ergreifen. Für die Entfernung sorgt Robot Koch mit seinen kalten, technoiden Ambientklängen, dagegen hält Jo Lack mit einem melancholischen Violinenspiel. Beides ist studiotechnisch bis auf den letzten Ton ausproduziert, hier wollen zwei Künstler den perfekten Sound schaffen. Die instrumentalen Stücke eignen sich hierbei für vielerlei Zweitverwendung, als Soundtrack für nahezu alles.

Unter den acht Stücken finden sich malerisch-träumerische wie der Opener „Eta Aquarid“ oder „Hideaway“, in welchem Jo Lack mit ihrem hohen Violinenspiel die spannungsgeladene Luft zu zerschneiden vermag. Bemerkenswert ist noch „Heart As A River“, der einzig nicht-instrumentale Song, der sich an Robot Kochs Album „Hypermoment“ orientiert und mit Frauenstimme (Delhia De France) unterlegten TripHop der Marke Moby bietet. Das Spannende an dieser Platte ist ihre technische Qualität. Musikalisch neue Felder bewandern die beiden nicht. Sie liefern Material für eine Vielzahl Situationen, in denen ihre Musik als Untermalung zu (imaginären) Filmen oder Ausflügen in die Ferne einlädt.

Klaus Porst

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"Heart As A River"
"Eta Aquarid"

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