Rezension

Pup

Pup


Highlights: Reservoir // Dark Days // Lionheart // Factories
Genre: Rock
Sounds Like: Billy Talent // The Bronx // Arctic Monkeys

VÖ: 11.04.2014

Wer Rock spielt, hat's ja eigentlich gut. In den seltensten Fällen verlangt irgendjemand von einem, das Rad neu zu erfinden oder auch nur mal ein, zwei Speichen auszutauschen und auch die Texte laufen meist unter „ferner liefen“. Wichtig ist eigentlich nur: Geile Songs schreiben und live die Menge zerlegen. Gut für Pup also. Beides.

Insbesondere das mit dem Livespielen scheint bei Pup wohl gut zu klappen, wenn man sich die Stimmen begeisterter Journalisten vom SXSW und den NME Awards anhört, die die Kanadier gleich auf alle möglichen „Bands To Watch“-Listen bugsierten. Kann man sich bei diesem Debütalbum auch vorstellen: dreckig, rau und kantig, aber nie so sehr, dass die Massenkompatibilität daran leiden müsste – das kann dann mal wie in „Reservoir“ die Kratzigkeit von The Bronx erreichen. „Dark Days“ hingegen dürfte unauffällig auch die Indie-Charts infiltrieren können. Und wenn man die Energie mancher Songs wie etwa des fulminanten Abschlusstracks „Factories“ anzapfen könnte – man könnte Vierzigtonnern damit Starthilfe geben.

Dass die Mid-Tempo-Tracks auf „Pup“ noch nicht wirklich zwingend sind, ist eins der wenigen Probleme auf diesem Debütalbum – dass die Rezeptur nichts wirklich Neues ist, sollte man wie gesagt vernachlässigen können. Funktioniert hat sie schließlich auch schon bei anderen Söhnen Torontos. Nun ist es Pup nicht zu wünschen, dass sie jemals so polarisieren werden wie Billy Talent – an deren Erfolg könnten sie mit ein, zwei weiteren Alben auf ähnlichem Niveau aber durchaus anknüpfen. Denn auch ohne neu erfundenes Rad könnte mit „Pup“ etwas ganz schön ins Rollen geraten sein.

Jan Martens

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