Rezension

Portugal. The Man

Church Mouth


Highlights: Sugar Cinnamon // Shade // Dawn // Children
Genre: 70ies-Blues-Rock
Sounds Like: Led Zeppelin // Wolfmother // The White Stripes

VÖ: 20.07.2007

Portugal. The Man sind eine Band, die für das Live spielen lebt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sie auf ihrer letzten Tour in Europa auch schon einige Stücke des nun erscheinenden zweiten Albums dem Publikum präsentierten, welche von diesem begeistert aufgenommen wurden.

Auch die Antworten in unserem Interview mit der Band aus Alaska ließen die Erwartungen an "Church Mouth", wie das Album benannt ist, nicht gerade sinken. So berichteten Bassist Zach Carothers und Sänger John Baldwin Gourley doch folgendes: "Sie wird anders sein, aber nicht zu anders. Ich denke so anders nun auch wieder nicht. Sie ist organischer." "Es steckt viel Rock'n'Roll in ihr, viel R'n'B-Soul-Rock'n'Roll, groovy stuff, aber es hat immer noch die guten Vibes vom letzten Album."

Eines sei vorweggenommen, die Erwartungen werden erfüllt, auch wenn das Album zunächst ein paar Hördurchgänge benötigt, bevor es zündet. Trotz des Wechsels von Drumcomputer hin zum echten Schlagzeug, eine Folge der vielen Konzerte, bewahren Portugal. The Man ihre persönliche Mischung aus Blues, Funk, sowie deutlicher als zuvor klassischen 70er-Jahre-Rock à la Led Zeppelin und setzen ihren Weg, den sie mit dem Debüt begonnen haben, auf der neuen Platte fort. Maßgebend hierbei ist natürlich auch die unverwechselbare Stimme des Frontmanns, die zeitweise in ungeahnte Höhen schnellt.

Songs, wie der Titeltrack oder "My Mind" knüpfen da an, wo "Waiter! You Vultures" aufgehört hat, doch schon mit "Sugar Cinnamon" beginnt man zu ahnen, wohin die Reise gehen wird. Scheppernde Becken und eine Hammondorgel treiben den Song voran. Auch bei "Dawn" sind die neuen blueslastigeren Einflüsse deutlich zu hören. "Bellies Are Full" erinnert an The White Stripes, dasselbe gilt für "Children", welches mit einer leichten Prise aus dem "Howl"-Album des Black Rebel Motorcycle Club und einen Spritzer Wolfmother gewürzt wird. Bei "The Bottom" drängt sich der Funk in den Vordergrund, um sich mit kräftigem 70ies-Rock abzuwechseln.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Sound auf "Church Mouth" zwar weniger verspielt, aber dafür rockiger und druckvoller als der des Vorgängers ist. Dies ist keinesfalls als Rückschritt zu sehen. Portugal. The Man ist es gelungen ein klasse Zweitwerk auf den Markt zu bringen und man darf gespannt sein, welchen Weg die Band in Zukunft einschlagen wird.

Und als kleiner Tipp zum Ende: Wer die Jungs noch nicht live gesehen hat, der sollte im August bzw. September die Gelegenheit ergreifen, wenn Portugal. The Man erneut durch deutsche Städte reisen.

Thomas Raich

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