Rezension

Oscar And The Wolf
Entity
Highlights: Joaquim // Strange Entity // Aistriu // Killer You
Genre: Elektro-Pop
Sounds Like: Sir Sly // Wildcat! Wildcat! // Ryan Hemsworth
VÖ: 10.10.2014

Man kann es ja schon verstehen, aber irgendwie auch nicht. Ob man es wahrhaben will oder nicht, sie hat sich eben weiterentwickelt, die Band um den Belgier Max Colombie, die sich nach zwei EPs nun mit ihrem Debütalbum präsentiert. Sicherlich, Elektropop ist das große Ding der Stunde, und auch der Erfolg scheint Oscar And The Wolf Recht zu geben. Doch warum von diesem warmen, intimen Sound der EPs abweichen, wo das doch so wunderbar funktioniert hat? So gerne man von ihnen vielleicht mehr in ihrem alten Stil gehört hätte, auf „Entity“ stehen die Synthies im Vordergrund und akustische Instrumente steuern, wenn überhaupt, nur noch einen kleinen Beitrag zur Klangkulisse der neuen Songs bei.
Auch wenn Max Colombies Stimme nicht mehr ganz so sehr im Vordergrund steht wie zuvor, ist es doch sein unaufgeregter Gesang, der den Songs von „Entity“ die nötige Stabilität und Ausgeglichenheit verleiht. Oscar And The Wolfs Musik ist nur bedingt für die Tanzflächen geeignet, eher als atmosphärischer Soundtrack für nächtliche Streifzüge durch dunkle Straßen. Die Beats sind meist ruhig und beständig, und die Synthies erzeugen weiche Klangteppiche. Und auch Colombies nachdenkliche und zum Teil sogar resignierende Texte tragen ihren Teil zu der Gesamtatmosphäre von „Entity“ bei. Das eingängige „Strange Entity“ ist eine der wenigen Tanznummern und wurde daher vielleicht auch als Single ausgewählt. Doch dann finden sich auf diesem Album auch Stücke wie das schon fast Interlude-Charakter besitzende, vom Klavier getragene „Aistriu“. Und überraschenderweise zeigen sich ausgerechnet im letzten Song „Killer You“ zur Verabschiedung noch einmal eine Gitarre und ein Klavier, die dem zum Ende hin noch einmal die Richtung wechselnden und entspannt ausgroovenden Song eine ganz eigene Färbung verleihen.
Die größte Stärke von Oscar And The Wolfs Debüt ist sicherlich seine Homogenität. Die Band scheint ihren neuen Sound wirklich zu lieben, lässt sich dabei aber manchmal ein bisschen zu sehr treiben in ihren eigenen Klängen. Neben einigen hervorstechenden Songs befinden sich auf „Entity“ einige Stücke, die zwar nicht störend auffallen, aber auch nichts wesentlich Neues beizutragen haben, was dazu führt, dass „Entity“ manchmal auch eher zur Hintergrundmusik werden kann. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, wie es weitergeht mit dieser Band, die vor einem weiteren Stilwechsel sicher nicht zurückschrecken würde.
Sehen
Finden
Bye-Bye
Am 5. Januar 2021 haben wir éclat eingestellt. Mehr Infos hierzu gibt es auf unserer Startseite!