Rezension

Nick Murphy

Run Fast Sleep Naked


Highlights: Hear It Now // Yeah I care
Genre: Alternative Pop
Sounds Like: Chet Faker // Flume // James Blake // Hot Chip

VÖ: 26.04.2019

So ganz glücklich wurde Nick Murphy trotz des Erfolgs seines Debüts nicht. Obwohl „Built On Glass“ – vor mittlerweile auch schon wieder fünf Jahren – ziemlich einschlug und sowohl für gute Kritiken als auch viele Fans sorgte, legte Chet Faker, wie er sich damals nannte, seinen Künstlernamen ab und tauchte erst einmal etwas unter. „Run Fast Sleep Naked“ ist nun das Resultat der persönlichen Neu(er)findung.

An vielen Orten und bei scheinbar unterschiedlichen Stimmungen aufgenommen, zieht sich kein roter Faden durch „Run Fast Sleep Naked“, im Gegenteil, es geht sogar so weit, dass Einiges unfertig wirkt, Anderes ohne Not verheizt wird. Ein Beispiel dafür ist „Some People“, das als brummende Ballade in gediegener Atmosphäre vor sich hin wabert, bis Murphy den Stecker anschließt und das Stück in einem noisigen Elektrogeplucker untergehen lässt. Ansonsten: Die Fähigkeit, Hits zu schreiben, ist nach wie vor da, wie „Yeah I Care“ und der elegische Opener „Hear It Now“ beweisen. Statt „Run Fast“ kann Murphy aber auch die „Sleep Naked“-Schiene bedienen: „Believe Me“ und „Message You At Midnight“ verweilen als Ruhepole am Ende der Platte.

Zwar steckt noch viel Chet Faker in Nick Murphy, eine gute Handvoll der neuen Stücke hätte sicher auch Platz auf „Build On Glass“ gefunden. Was jedoch deutlich heraushörbar ist, ist die Suche nach einem eigenen Sound, Murphy experimentiert viel herum, bleibt dabei aber in seinem gewohnten Kosmos. Wie für solche Selbstfindungen üblich, ist dabei nicht unbedingt jeder gegangene Weg ein Erfolg ("Novocaine & Coca Cola" nervt mit seinem Kinderrefrain einfach nur), im Großen und Ganzen ist das Resultat jedoch gut hörbar.

Klaus Porst

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"Hear It Now"

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