Rezension

Natalie Prass

The Future And The Past


Highlights: Short Court Style // Hot For The Mountain // Sisters
Genre: 70's Funk // Pop // RnB
Sounds Like: Matthew E. White // Angel Olsen // Father John Misty

VÖ: 01.06.2018

Dieses Album gab es schon einmal. Und dann fanden die letzten US-Präsidentschaftswahlen statt. Der Name der gewählten Person soll hier nicht die viermilliardste Nennung in den letzten drei Jahren bekommen. Aber der Einfluss auf die Welt, auch auf die Kunstwelt, ist doch beeindruckend. Das Studio war schon gebucht, das Album fertig geschrieben. Doch Natalie Prass hat ihr zweites Album nochmal neu geschrieben, um all ihre Empfindungen zu repräsentieren. „The Future And The Past“ ist das gelungene Ergebnis. Wie das Debüt ist es tanzbar, groovig, ausladend, verspielt, nur etwas tiefgründiger.

„The Future And The Past“ ist, wie der Titel, nostalgisch und modern zugleich, inszeniert schon vom Artwork her in klassischen Frauenbildern, der Sound mit Anleihen an 80’s-Pop in beschwingter Variante, inhaltlich jedoch modern. Sich mit Fragen darüber auseinandersetzend, was es heute bedeutet, vor allem als Frau, in dieser Welt zu leben. In den USA. Wie so viele Alben der letzten zwei Jahre von politisch irgendwie berührten Menschen hat diese Platte auch ein kathartisches Moment. Prass hat wiederholt mit dem Langzeitkollaborateur Matthew E. White gearbeitet, und das ist auch am Sound hörbar. Sehr funkig, sehr soulig. +

Ein Album, das viel zu bieten hat – manchmal jedoch zuviel. Manchmal ist „The Future And The Past“ zu überladen, ein Clapping zu viel, etwas zu ausladende Streicher*innen. "Manchmal ein bisschen cheesy" wäre auch eine Formulierung, ist aber mit Sicherheit so gewollt. Nur dann eben auch manchmal ein bisschen viel, weniger ist gerade in turbulenten Zeiten manchmal vielleicht ein bisschen mehr. Ein gutes Album, das beizeiten eben auch überfordern kann.

Daniel Waldhuber

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