Rezension

Metronomy

Metronomy Forever


Highlights: Whitsand Bay // Insecurity
Genre: Indietronic // Psychedelic
Sounds Like: LCD Soundsystem // Tame Impala

VÖ: 13.09.2019

Unaufgeregt und gleichzeitig experimentell: So beginnt die sechste Platte der britischen Indietronic-Helden um Frontmann Joe Mount, was sich so auch auf einen Großteil des restlichen Albums übertragen lässt. "Metronomy Forever" erscheint drei Jahre nach dem Vorgänger und wirkt mit 17 Titeln auf der Tracklist erst einmal recht aufgeplustert. Dazu gehören allerdings auch drei instrumentale Interludes, die den unaufgeregten Charakter des Albums unterstreichen. Doch zwischen den mäandernden Soundflächen stechen immer mal wieder tanzbare Hits hervor und untermauern das Potenzial der Band, als Grenzgänger zwischen Indie und Elektro Elemente diverser Genres zu integrieren und unkonventionelle Popsongs abzuliefern. Der offensichtlichste davon ist "Insecurity", inklusive Smells-Like-Teen-Spirit-Gedächtnis-Riff, während "Whitesand Bay" mit seduktiver Coolness in die Fußstapfen großer Metronomy-Klassiker tritt. Mounts Hang zu erotisierten Lyrics tritt im funkigen, NDW-infizierten "Salted Caramel Ice Cream" und in "Sex Emoji" (gemeint ist die Aubergine) zu Tage – untermauert vom verführerisch groovenden Soundgewand der Band.

Geprägt wird "Metronomy Forever" jedoch von den vielen großteils instrumental gehaltenen elektronischen Songs. "Lying Low" oder "The Light" sind davon mit durchstampfendem Beat noch die tanzbarsten, während "Forever Is A Long Time" mit ins Unerkenntliche modulierten Vocals in drei Minuten über psychedelische Soundflächen driftet. "Lately" macht Kevin Parkers Sounds-Ästhetik der letzten Tame-Impala-Platte alle Ehre und mit "Weddig Bells" kriegen auch die 80er in schrillen Synthies und arpeggierten Sounds ihren Platz auf der Platte.

Bei aller Variabilität, die Metronomy hier präsentieren, bleibt die Band-DNA stets hörbar, was zum einem an Mounts unverkennbarer Stimme, zum anderem am lasziv groovenden Soundgewand, das vom dominanten Bass getragen wird, liegt. Die vielen ruhigen und atmosphärischen Parts entspringen dabei dem Wunsch nach einer entzerrten und Raum gebenden Platte von Frontmann Joseph Mount. Eventuell eine Notwendigkeit, die im Alter eintritt und Hand in Hand mit Gedanken über das eigene Vermächtnis geht, wie Mount selbst sagt. An diesem feilen Metronomy mit "Metronomy Forever" ein Stück weiter und sichern sich ihren Platz in der Reihe der stilprägenden Indiebands der 2010er Jahre.

Abhilash Arackal

Sehen


Metronomy - Wedding Bells
Metronomy - Walking In The Dark

Finden


Alles gelesen? Guck doch mal in unserem Textarchiv vorbei, dort gibt es fast 5000 Rezensionen und mehr als 400 Konzertberichte und Interviews.