Rezension

Manu Delago

Metromonk


Highlights: Between Oil And Water // Spaceful
Genre: Ambient // Triphop // Jazz
Sounds Like: Hang Massive // Portico Quartett // Dante Bucci

VÖ: 27.01.2017

Eher wenigen wird das Instrument „Hang“ bekannt sein. Dieses wurde vor knapp zwei Jahrzehnten in der Schweiz erfunden und ähnelt klanglich der bekannteren Steeldrum. Aus zwei Hälften einer solchen wurde das Hang einst entwickelt. Manu Delago gehört zu den Künstlern, die sich auf das Spielen dieses Instrumentes spezialisiert haben und ist dadurch in der Vergangenheit vielgefragter Kooperationspartner gewesen – wenn er nicht gerade eigene Stücke komponiert. „Metromonk“ ist bereits sein zehntes Album.

Da dieses Instrument zwar sehr speziell ist, aber als Percussion allein auch eine recht kurze Spannungshalbwertszeit hat, sucht sich Delago zu seinem Spiel Unterstützung. Mal in Form von Gesangsunterstützung wie Pete Josef („A Step“) oder Douglas Dare („Abrupt“), mal indem er ein halbes Orchester zwischen seine wohlig warmen Töne zimmert. Gut zum Instrument passen seichte Beats, sodass „Metromonk“ an vielen Stellen wie ein handgemachtes Ambientalbum technischer Perfektion klingt. Bisweilen experimentiert Delago so weit, dass er selbst in den Hintergrund rutscht, etwa in „Spaceful“, wo Jazzanleihen und ein Klavier im Fokus stehen. Ebenfalls starke Jazzeinflüsse hat „Between Oil And Water“, das atmosphärisch aufgeladene Bläsersoli beinhaltet. Dem seichten „Herzkeks“ hat er zudem eine Streicheruntermalung spendiert.

Aufgrund des angenehmen Klanges des Hang ist „Metromonk“ ein Album, welches sich gut als seichte Abendunterhaltung irgendwo zwischen Chilloutelektro und Ambient eignet. Das Nervpotential der Steeldrum, die vieles wie Weltmusik in der Fußgängerzone erscheinen lässt, hat das Hang zum Glück nicht und zudem ist Delago Profimusiker genug, um eine Albumdauer lang jedes Klischee clever zu umschiffen.

Klaus Porst

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