Rezension

Mac DeMarco

Here Comes The Cowboy


Highlights: Nobody // All Of Our Yesterdays
Genre: Slackerpop
Sounds Like: Kurt Vile // Connan Mockasin // King Krule // Ariel Pink

VÖ: 10.05.2019

Mit Mac DeMarco, das war schon länger bei nüchterner Betrachtung klar, konnte es nicht ewig so weitergehen. Der chaotische Westküsten-Kanadier, der durch lässig-slackerige gute Musik und noch lässig-slackerigere gute Liveshows seit einigen Jahren zu begeistern weiß, würde nicht für immer weiter mit derselben Masche auf dieselbe Art und Weise begeistern können. Zu schmal ist der Grat von slackerig zu manchmal auch peinlich, zu nah ist gelangweilt an langweilig. Und ein solch exzessives Leben aus viel Alkohol, Rumhängen, Quatsch machen wirkt in den Zwanzigern irgendwie lässig als Lifestyle, nutzt sich aber irgendwann ab und wirkt irgendwann ein bisschen drüber.

Mit seinem vierten Album "Here Comes The Cowboy" – der Titel überreizt den Witz schon ein wenig – kratzt Mac daran, ein bisschen drüber zu sein. Musikalisch dagegen aber ein bisschen drunter. Wo früher in der Lässigkeit gute Melodien und richtig gute Songs versteckt waren wie "Salad Days", "Ode To Viceroy" oder "Chamber Of Reflection", wo bei all der Slackerigkeit auch viel Knackigkeit im Songwriting war, da ist jetzt tatsächlich ein bisschen viel Langeweile geparkt. "Here Comes The Cowboy" plätschert so vor sich hin, es findet nicht mehr die Kunst, lässig gelangweilt zu sein. Es ist, mit Verlaub, einfach ein ziemlich langweiliges Album.

Eins der wenigen Highlights aus dem unspirierten Gedudel heraus ist "All Of Our Yesterdays", das auch auf anderen Alben einen berechtigten Platz gehabt hätte. Ansonsten regt "Here Comes The Cowboy" zum Mac-DeMarco-Hören an – aber ganz gewiss nicht dieser Platte, sondern zu einem schnellen Griff zu den guten Songs, die er zweifellos geschrieben hat. Oder zu anderer Slackermusik, die nicht langweilig ist. Für die nächste Platte wird Mac DeMarco sich etwas Anderes einfallen lassen müssen, um musikalisch nicht völlig in der Versenkung zu verschwinden. Wenigstens die Chancen, dass die Liveshows noch eine Weile gute Unterhaltung bieten, sind dagegen hoch.

Daniel Waldhuber

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