Rezension

LLNN

Deads


Highlights: Parallels // Deplete // Deads
Genre: Postmetal // Sludge // Hardcore
Sounds Like: Amenra // Neurosis // Isis // Cult Of Luna // Ufomammut

VÖ: 27.04.2018

Im ungemütlichen Fahr- beziehungsweise Brackwasser von ausschließlich in Tieftönen auftretenden Künstlern wie Amenra, Neurosis und Co. bewegen sich LLNN aus Dänemark. Hochproduktiv – „Deads“ ist bereits die dritte Veröffentlichung binnen drei Jahre – und stetig soundtechnisch professionalisierend ballert nun das neue Werk aus allen Rohren. „Deads“ verknüpft den Posthardcore/Sludge/Doom-Sound der Genannten und addiert einige kleine nette Spielereien, die dem Quartett eine eigene kleine Note verpassen. So setzen die Dänen deutlich hörbar Keyboards ein, was Puristen der Szene sicherlich nicht begeistern wird, hier aber voll aufgeht, denn natürlich klingelt hier kein Elektropop zwischen den Riffs, sondern kalt-düstere Industrialsounds, ob als Zwischenspiel (wie in „Civilizations“) oder Teil eines der um sich schlagenden Riffmonster („Parallels“). So wirkt „Deads“ noch abweisender, noch eine Spur musikalisch härter.

Sänger, oder besser Shouter Christian Bonessen growlt sich dabei, wie genreüblich, die Seele aus dem Leib, weist dabei eine deutliche Nähe zu Aaron Turner (Isis) auf und passt damit natürlich wunderbar zu dem Geballer, welches einem parallel die Ohren durchpustet. Vom existenzialistischen Leiden Colin van Eeckhouts (Amenra) ist das noch ein gutes Stück entfernt, sodass hier jene auf ihre Kosten kommen, denen genannter eine Spur zu unangenehm keift.

Dem starken Hardcoreanteil der Platte, der für ein hohes Tempo sorgt, ist es geschuldet, dass „Deads“ relativ kurz ist. In etwas unter 38 Minuten wüten sich die Bier durch ihr Album, ausladende Doom-Zehnminüter sucht man vergeblich. Nötig ist das jedoch nicht, da man zwar die tiefen Bassschläge in die Magengrube mitnimmt, dem Publikum dabei aber nicht die Zeit lässt, sich zu erholen. Wenn man, wie in „Deplete“, in vier Minuten mehrere Dutzend Neu- oder Altbauten abreißen kann, dann reicht dies völlig.

Klaus Porst

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