Rezension

Korn

The Serenity of Suffering


Highlights: Insane // A Different World
Genre: NuMetal
Sounds Like: Disturbed // Slipknot // Linkin Park // Marilyn Manson // Metallica

VÖ: 21.10.2016

Manchmal wundert es einen schon, wie uralte Bands aus den 1970ern und 1980ern mit dem immergleichen Rocksound immer noch Hallen füllen. „Classic Rock“. Früher mal cool, dann völlig stehen geblieben und einfach nur noch das Schema bedienen, was alle hören möchten. Wie das sein kann, fragt man sich, haben die Menschen und Musiker denn überhaupt keinen Anspruch, mal was Neues zu hören?

„Oh, ein neues Korn-Album!“

Plötzlich ist man selbst an dem Punkt. Korn sind wohl für eine breite Masse an Menschen, meist in den 1980ern geboren, das, was „Classic Rock“ für die Generation davor ist. Ist man mit aufgewachsen, hat die Eltern erschreckt, war in der Pubertät genau die richtige Musik zum richtigen Zeitpunkt. Und heute? Pubertät ist überstanden, die (Musik-)Welt hat sich weitergedreht und Korn sind noch da. Ihr wievieltes Album ist das und wie ist der Titel? Egal.

Zwischendurch haben sie ja durchaus mal etwas Neues ausprobiert. Dubstep und Metal. Crossover 2010 von einer Band, die den NuMetal mitbegründete. Gar nicht mal so übel. 2016 aber wieder gewohnte Kost. Jonathan Davis ist nun 45 statt Mitte Zwanzig und schreit und irrlichtert immer noch hörbar herum. Beklagt immer noch schlimme Dinge und besingt die Angst, verrückt zu werden – dazu läuft Musik, die es einen werden lässt. Schwere Riffs, klar. Brian „Head“ Welch ist seit ein paar Jahren zurück und mit ihm der Sound von „Issues“, „Follow The Leader“ und Co. Nur die Qualität, sie ist nicht zurück. Korn waren mal Innovatoren, nun packen sie das zigste Bassriff zum Doublebass, Davis schreit „Insane“ und dazu gibt es gruselige Videos. Erschrecken dabei aber nicht mal mehr jemanden zu Halloween.

„The Serenity Of Suffering“ ist also mal wieder ein neues Korn-Album. Zwei, drei Mal packen sie einen schon noch. Reminiszenzen an die Jugend. Ja, da hatten Korn einen verdienten Anteil dran. Es war gut, dass es sie gab. Passend zu neuen Alben gibt es auch immer neue Touren. Live sind sie bestimmt noch gut, druckvoll, holen die alten Hits heraus. Würde man sich das nach so vielen Jahren noch geben? Aber ja doch, als schönen Flashback. Ist es dann notwendig, dass sie Stücke von „The Serenity Of Suffering“ spielen? Nein, nicht wirklich.

Klaus Porst

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"Insane"
"A Different World"

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