Rezension

Kante

Zombi


Highlights: Zombi // Wenn man im Atmen innehält
Genre: Pop
Sounds Like: Tocotronic // The Notwist // Element Of Crime // Blumfeld

VÖ: 16.08.2004

Es gibt Platten über die will man berichten, weil sie großartig sind. Aber es gibt Platten über die man auch nicht weiß, was man schrieben soll. Die neue Kante nicht zu rezensieren wäre ein Fehler, weil man die vielleicht beste deutschsprachige Platte des Jahres übergehen würde. Doch wo fangen wir an? Weil Kante hören nicht auf. Sie haben auf den Pop noch eine Ladung mehr Jazz gegeben. Instrumentale Stücke, komplexe Arrangements und Texte, die Besitz von dir ergreifen.

Das Hören kommt einem vor wie eine Floßfahrt durch eine isolierte, sterile, weiße Stadt. Meist ein Plätschern, dann wieder eine Strömung, eine Welle, ein Wall. Vorne am Bug steht ein kopfloser Dichter und flüstert unheimliche Texte.

Kante operieren auf einem Niveau des weißen Toco-Albums. Aber ihre Technik ist wesentlich komplizierter. Musik. Pop. Jazz. Große Kunst. Komplizierte Kacke? Also bitte. Wer hört hier immer Radiohead? Die Texte sind ein tiefes Eindringen in den menschlichen Korpus, durch die Seele in die Mitte der letzten Gehirnzelle. Es geht um was auch immer. Noch was zu den Texten? Ach, werde selbst damit fertig.

Zombi muss man sich hart erarbeiten, aber es lohnt sich. Weil man am Ende ein in sich geschlossenes Album entdeckt. Kante sind halt wieder mal mehr als die Summe der einzelnen Teile.

"Wir sind ein unheilbarer Virus, eine Krise, eine Krankheit, Wir sind Leichen, die noch atmen, Wir sind ein reichlich schlechter Scherz. Und unser Schmerz und unsere Wunden sind unser größtes Kapital."

Carsten Roth

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