Rezension

Jungle

For Ever


Highlights: Smile // Happy Man
Genre: Modern Soul // Funk // Psychedelic
Sounds Like: MGMT // Blood Orange // Django Django

VÖ: 14.09.2018

Mit ihrem selbstbetitelten Debüt überzeugten Jungle vor vier Jahren, als berühmt und herausragend gilt jedoch vor allem die Liveperformance des Kollektives um die beiden Köpfe J (Josh Lloyd-Watson) und T (Tom McFarlane), was dem wilden, unglaublich tanzbaren Stil der Band geschuldet ist: Sie bedienen sich am Funk und Soul der 1970er Jahre, mischen moderne Indieeinflüsse und Falsettgesang bei und gewinnen so jedes Publikum. „For Ever“ steht nun in den Läden, welches die Erfolgsstory fortsetzen soll, was nach wenigen Momenten des Hörens schnell gelingt. Schon die Vorabveröffentlichungen „Happy Man“, „House In L.A“, „Heavy California“ und „Cherry“ zeigten das Potential der Platte – welches auch über die komplette Dreiviertelstunde hält.

Im Grunde hätte „For Ever“ auch „Jungle II“ heißen können, denn es setzt nahtlos am Debüt an, macht absolut nichts anders und setzt genau genommen nur die Anzahl möglicher ähnlich klingender Stücke für eine Livesetlist höher. Erstaunlich ist dabei jedoch, wie wenige Takte genügen, um sofort wieder diese wundervolle, fröhliche Stimmung zu erzeugen, die man in den fünf Jahren seit Bandgründung transportiert. Mag die Welt noch so kalt, grau und ungemütlich sein – Jungle laden dazu ein, all das zu vergessen und den Abend zu genießen – verbunden mit der Coolness des „Shaft“-Soundtracks.

Man könnte J, T und den anderen fünf Mitgliedern nun natürlich den Vorwurf machen, hier die ganz sichere Variante gewählt zu haben, kaum neue Elemente hinzugefügt zu haben oder großartig vom Midtempo-Soul abgewichen zu sein. Jedoch zeigen Jungle: Dieser Stil lebt auch von der stetigen Wiederholung seiner Muster, die es erlauben, durchzutanzen. Große Brüche oder Stilwechsel würden dem Erlebnis an dieser Stelle sicherlich so etwas wie den „Flow“ nehmen, dabei ist genau dieser doch die Essenz von Jungle.

Klaus Porst

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"Heavy, California"

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