Rezension

Johnossi

All They Ever Wanted


Highlights: Bobby // Train Song // 18 Karat Gold // Zeppelin
Genre: Grunge // Indie // Rock // Country
Sounds Like: Two More Gallants // The Hives

VÖ: 28.03.2008

“All They Ever Wanted” haben Johnossi ihr zweites Album genannt. Ich bin gespannt, ob sie nun auch geben können, was wir von ihnen wollen: Einen Haufen guter Songs, so wie wir sie beim Debüt zu hören bekamen.

Mit „18 Karat Gold“ fängt das Album eher ruhig an. Harmonische Gitarre und Hintergrundschlagzeug geben den perfekten Sound für die eher melancholischen Lyrics ab: She Don´t Sleep At Night / Afraid To Turn Off The Light. Zwischendurch werden John und Ossi dann natürlich etwas lauter, was dem Song aber auch etwas Abwechslung bringt. Als zweites Stück folgt die Single „Party With My Pain“, bei der schon die vollen Trommeln zu Beginn auf mehr hinweisen. Im Refrain wird dann auch richtig losgelegt und der Song klingt durch Johns Gesang beziehungsweise Gekreische und der harten Gitarre sehr nach Punk. „Send More Money“ kommt mit viel Herzblut und viel Tragik daher. What If I Would Through My Heart In A Cage / And Send It Back Home To Your Address/ Would I Have More Time / To Earn More Money wird sich da gefragt. Der ganze Song geht auch wiederum sehr nach vorne und endet in dramatischen “Money! Money! Money!”-Ausrufen.

Der „Train Song“ wirkt durch die eingespielten Orgel/Keyboard-Melodien als fröhlichster Teil des Albums, auf den dann auch gleich „In The Mystery Time Of Cold And Rain“ als akustischster und ruhigster folgt. Der Gesang und der Schwermut erinnern stark an Lieder der Two Gallants. die genau wie Johnossi auch nur zu zweit unterwegs sind und dennoch mehr Energie haben als manche andere 5-köpfige Bands. In „Zeppelin“ trifft eine Melodie auf die andere und alles wirkt herrlich unsortiert und wild. Mit Gone, Gone, Gone, Baby Is Gone / Leave Me Broken On The Telephone brüllt John seine Wut schon am Anfang des Songs hinaus. Es folgen rohe Gitarrenmelodien und brachiales Getrommel, wie man es von Johnossi gewöhnt ist. Der Gesang hat einen Touch von Rock `n` Roll in Höchstgeschwindigkeit.

„Bobby“ besingen sie dann anfangs im alten Country-Style, der jedoch immer aufbrausender und temperamentvoller wird. „All They Ever Wanted“, der Titelsong des Albums, wirkt größtenteils einfach nur hingerotzt und nur wenig eingängig. Es scheint eher, als ob sie nur eine wilde Session aufgenommen hätten. Mit „Up In The Air“ kommen dann aber doch nochmal eine schöne Melodie und etwas Leichtigkeit ins Spiel.

Das Album erscheint im Ganzen viel aggressiver als sein Vorgänger. Die Fröhlichkeit von Songs wie „Man Must Dance“ fehlt und wird durch noch mehr Lautstärke und Prolligkeit ersetzt. Auch live wirken sie viel härter und anstatt Gesang und Melodien gab es vermehrt Geschrei zu hören. Aber immerhin sagen sie ja auch selber über sich: „Johnossi machen kein Zeug für Weicheier, das ist kein weinerlicher Songwriter-Shit. This is real music!“ Aber ob das die „echte Musik“ ist, die alles ist, was man von ihnen wollte, das bezweifle ich noch…

Marlena Julia Dorniak

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