Rezension

James Vincent McMorrow

Post Tropical


Highlights: Cavalier // Red Dust // Gold // Look Out
Genre: Singer-Songwriter // Folk
Sounds Like: Bon Iver // Ben Howard // Volcano Choir

VÖ: 17.01.2014

Schon im Jahr 2011 wurde James Vincent McMorrow von Kritikern für sein Debüt „Early In The Morning“ in den Himmel gelobt, weshalb es nur logisch war, dass er es in die Top 15 unserer Jahrescharts schaffte. Heute, drei Jahre später, eröffnet der Ire mit „Post Tropical“ das Jahr 2014. Mit seiner wispernden Stimme passt er perfekt zur bald einsetzenden Kälte und wird sich schon jetzt auf den einen oder anderen Notizblock für die Jahrescharts 2014 spielen.

Dabei geht McMorrow mit „Post Tropical“ den nächsten Schritt. Galt sein Debüt für viele als der legitime Nachfolger von Bon Ivers „For Emma, Forever Ago“, lässt sich ebenso eine starke Ähnlichkeit der jeweiligen Zweitlinge erkennen. Weg von der schlichten, akkustischen Instrumentierung, hin zu Drums und Blasmusik. Dabei schafft es McMorrow, seine dünne und seichte Stimme mit einer pompösen Grundstimmung zu verbinden, ohne dabei überproduziert zu sein. So wirkt der Opener "Cavalier" zu Beginn noch wie altbekannter Folk-Pop, um dann ab der Hälfte durch leichte Beats und Drums an Größe zu gewinnen. In die gleiche Kerbe schlägt das Meisterwerk „Gold“, welches es schafft, sich durch Bläser und leichte Drums von einem ruhigen Akustik-Stück zu einem wunderbar bombastischen Indie-Werk, wie es Justin Vernon nicht besser hätte machen können, zu entwickeln.

So geht McMorrow den gleichen Weg, den Bon Iver ein paar Jahre zuvor auch schon ging. Hat er es sich damit besonders leicht gemacht? Auf keinen Fall. Warum sollte man sich nicht an einem Aushängeschild der Szene orientieren? Erst recht, wenn man es wie in diesem Fall ohne Qualitätsverlust schafft? Notizblock gezückt, „Post Tropical“ dick unterstrichen vorgemerkt.

Lewis Wellbrock

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"Gold" im Stream.
"Cavalier" im Stream.

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