Rezension

J Mascis

Elastic Days


Highlights: See You At The Movies // I Went Dust // Sky Is All We Had // Give It Off
Genre: Indiepop // Folk
Sounds Like: Dinosaur Jr // Neil Young // Screaming Trees

VÖ: 09.11.2018

Joseph Donald Mascis Jr., besser bekannt als J Mascis, hat mal wieder ein Soloalbum veröffentlicht und verbindet diesmal gekonnt den Anfang seiner Karriere mit dem Schwerpunkt seiner bisherigen Solowerke und leichten Dinosaur-Jr.-Einschlägen.

“Elastic Days” führt fort, was mit “Several Shades of Why” und “Tied to a Star” begonnen wurde: Verträumter Indiepop, mal mit mehr, mal mit weniger Folkanteil, welcher sich durch seinen sanften Grundton stark von den Alben seiner Stammband unterscheidet, ist selten so zurückhaltend und dennoch emotional wie hier. Mascis spielt wie in den ersten Tagen seiner Musikerkarriere wieder Schlagzeug, und das so überzeugend, dass man verstehen kann, warum Nirvana ihn für Sliver als Drummer wollte (nachdem er bereits ein Jahr zuvor ein Engagement als Gitarrist abgelehnt hatte). Leicht erhöht wurde der Anteil der Gniedel-Gitarren-Solos. Primär werden die Songs aber durch Mascis' Gesang (für den er wieder Unterricht genommen hat, was sich eindeutig gelohnt hat) und sanfte Akkorde getragen, kombiniert mit dem ausgeprägteren Schlagzeugspiel, aber der Magie eines Gitarrensolos des Gniedelmeisters kann man sich wohl nur entziehen, wenn man eine generelle Abneigung gegen Gitarrensolos hegt. Dank den Unterrichtsstunden schafft es J diesmal beinahe, mit seiner Stimme so viele Emotionen wie mit seiner Gitarre zu übertragen, was den Songs sehr gut tut. Das Songwriting ist auf einem ähnlich hohen Niveau wie auf den beiden Vorgängeralben.

Die Chance auf den Weltrum hat J Mascis vor Jahren ausgeschlagen. Seine treue Anhängerschaft darf sich darüber freuen, dass er nach wie vor kontinuierlich großartige Alben veröffentlicht, ob solo oder mit Dinosaur Jr.

Marcel Eike

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J Mascis - See You At The Movies

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