Rezension

Iceage

Beyondless


Highlights: Plead The Fifth // Catch It // Take It All
Genre: Rock // Post-Punk
Sounds Like: Nick Cave & The Bad Seeds // The (International) Noise Conspiracy // Primal Scream

VÖ: 04.05.2018

„Denmark’s greatest punk band“ erfindet mit „Beyondless“ nicht nur einen Neologismus, sondern sich selbst ein wenig neu. Die vier Jungs um Sänger Elias Bender Rønnenfelt lassen sogar Trompeten und Streicher zu, so dass es an allen Ecken und Enden zu funken und jazzen beginnt, und entwickeln ihren düsteren Hardcore Punk so zu apokalyptischem Endzeit-Rock. “Cos we can't stop killing, and we'll never stop killing // And we shouldn't stop killing, hurrah!“ heißt es da im Opener „Hurrah“.

Iceage gehen damit einen Weg, den gegenwärtig nicht viele Bands bestreiten. Schwere Gitarrenriffs statt Synthesizer. The Stooges und Nick Cave statt New Order. Gewöhnungsbedürftig klingt das zunächst, wenn ein Bläserchor „Pain Killer“ fanfarenartig eröffnet, auf dem die Kopenhagener zudem noch gesangliche Unterstützung von Sky Ferreira erhalten. Doch spätestens, wenn das Intro als Bridge ein zweites Mal aufflackert, entpuppt sich der Anachronismus bereits als kluger Schachzug. „Plead The Fifth“ oder „Catch It“ rücken Rønnenfelt als Frontmann in den Fokus, „The Day The Music Dies“ oder „Beyondless“ liefern breit angelegten Rocksound.

Besonders stark ist die Platte aber in den ruhigeren, bedrückenden Momenten. Seien es die schwere Melancholie tragenden Gitarren von „Catch It“, die erlösende Schönheit eines „Take It All“ oder die drastischen Lyrics eines „Showtime“. Letzteres klingt, als gingen in einer schunkeligen Kaschemme nach durchfeierter Nacht gerade die Lichter aus. Rønnenfelt singt: „In the roaring applause // A pistol he draws // And blows his brains all over the stage // Hence it’s showtime”. Bittere Aussichten, verpackt in einem schauderhaft schönen Song.

Jonatan Biskamp

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