Rezension

Hookworms

The Hum


Highlights: Radio Tokyo // Beginners // Off Screen
Genre: Noiserock // Psychedelic
Sounds Like: Thee Oh Sees // Spiritualized // Metz

VÖ: 07.11.2014

„Leeds is not beautiful. But it’s a lot of fun“, sagte einmal eine Bekanntschaft auf dem End Of The Road Festival in Südengland, auf dem auch Hookworms spielten. Eben jene Psychedelic-Rock-Band kommt aus Leeds und ist für ihre Mitglieder vor allen Dingen eines: genau, fun. Eigentlich ist die Band nur ein Hobby. Und so klingt auch ihre zweite Platte, „The Hum“. So nämlich, als würden ein paar Freunde sich in einer Garage einschließen und einfach mal alles rauslassen, wozu sie so Lust haben. Das klingt auch so. Der Gesang etwa hört sich mitunter an, als sei er mit einem Smartphone aus dem Nebenraum aufgenommen.

„The Hum“ ist flowig losgelöster Space-Rock, über den die Band sich nicht zu sehr den Kopf zerbrochen hat. Man hört die Spielfreude, und der Mut zu einer gewissen Originalität besteht. Die Songs sind mitunter knackige Noise-Nummern wie „Radio Tokyo“, voll fuzziger Elemente, allesamt kleine Hymnen für sich. Weird wird das Album zwischen den klar umreißbaren Songs, einige psychedelische Zwischenspiele („iv“, „v“, „vi“) sind so abgedreht wie die Songs hymnenhaft. Versteht man Lieder als Stücke mit Gesang, so hat das Album derlei ohnehin nur sechs an der Zahl – die es aber in sich haben. Hooksworms schaffen die Kunst, rohe Energie und Lärm nach Euphorie klingen zu lassen, so brutal die Songs mit unter auch losbürsten, umso mehr strahlen sie. Daran hat der Freizeithintergrund sicherlich seinen Anteil. Für eine reine Hobbyband nämlich sind die Hookworms ganz schön fein. Wenn aus so viel Jux und Dollerei Großartiges wie „Off Screen“ entsteht, dann sollen die Freigeister aus Leeds bitte auch weiterhin Freizeitspaß haben.

Daniel Waldhuber

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